So war der Tag : Euro-Beschluss hebt Dax an

Das neue Hilfspaket für Griechenland und weitere Schritte zur Eindämmung der Euro-Schuldenkrise haben am Freitag Gewinne am deutschen Aktienmarkt ausgelöst. Sie bröckelten im Handelsverlauf zwar etwas ab, dennoch rettete der Dax ein Plus von 0,5 Prozent auf 7326 Punkte ins Wochenende. Nach vier freundlichen Handelstagen stand schließlich ein positives Wochensaldo von 1,4 Prozent zu Buche. Der M-Dax rückte um 0,5 Prozent auf 10886 Punkte vor und der Tec-Dax gewann 0,4 Prozent auf 848 Punkte.

Dass die ganz große Euphorie an den Märkten ausblieb, erklärten Börsianer auch mit der Schuldenkrise auf der anderen Seite des Atlantiks. „Europa hat nach einiger Zeit einen großen Wurf gelandet, wogegen die USA noch immer im Schuldensumpf stecken“, sagte ein Händler. Die meisten Marktteilnehmer gingen zwar davon aus, dass im Streit zwischen Republikanern und Demokraten über eine Anhebung der US-Schuldengrenze eine Lösung gefunden und somit eine Zahlungsunfähigkeit des Landes abgewendet wird. Dennoch sorgten sich viele Investoren um eine mögliche Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA, falls bis zum Stichtag 2. August kein Kompromiss erzielt wird.

Anleger in New York orientierten sich mit ihren Entscheidungen außerdem an wenig erfreulich ausgefallenen Quartalsbilanzen; so hatte Microsoft mit seinen Umsätzen enttäuscht und Caterpillar die Gewinnerwartungen verfehlt. Der Baumaschinenkonzern hat Auftragssorgen, seine Aktien rutschten in der Spitze um 7,7 Prozent ab.

Einigen deutschen Finanztiteln, die vortags noch deutlich von ersten Signalen für eine europäische Einigung profitiert hatten, ging nach Anfangsgewinnen die Luft aus. Lediglich die Aktien der Commerzbank stiegen um weitere 2,6 Prozent und waren damit auf Wochensicht größter Dax-Gewinner mit einem Plus von rund 13 Prozent. Die Papiere der Deutschen Bank fielen um 0,4 Prozent. Moderate Gewinne hingegen verbuchten die Titel von Allianz und Munich Re.

Favorit im Dax war das Papier von Adidas mit plus 3,5 Prozent. Auslöser war eine erneute Bekräftigung der Jahresziele des Sportartikelherstellers und eine positive Studie der Deutschen Bank. Dagegen gehörten die Aktien von Bayer und BASF zu den Verlierern und gaben geringfügig nach. Beide Unternehmen konkurrieren mit dem Schweizer Saatgut- und Pflanzenschutzmittel-Hersteller Syngenta, dessen Zahlen am Freitag enttäuschten.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,54 (Vortag: 2,49) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,15 Prozent auf 125,12 Punkte. Der Bund Future rückte um 0,50 Prozent auf 127,65 Punkte vor. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4391 (Donnerstag: 1,4222) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,6949 (0,7031) Euro. Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar