So war der Tag : Euro-Gipfel hebt die Stimmung

Erste Schritte zur endgültigen Lösung der Euroschuldenkrise haben dem deutschen Aktienmarkt am Donnerstag kräftig Auftrieb gegeben. Der Dax, der am Vormittag noch im Minus lag, schloss knapp ein Prozent höher bei 7290 Punkten. Der M-Dax der mittleren Werte stieg um 0,5 Prozent auf 10 828 Punkte. Der Tec-Dax gewann 0,7 Prozent auf 845 Punkte. Dass die Staats- und Regierungschefs der Eurozone eine Ausbreitung der Schuldenkrise auf Länder wie Italien oder Spanien unbedingt verhindern wollen, sorgte für Kursgewinne. Griechenland erhält zudem frisches Geld zu niedrigen Zinsen und die Finanzbranche erklärte freiwillig ihre Bereitschaft zur Beteiligung an der Rettung Griechenlands.

„Es herrscht spürbare Erleichterung nach der aktuellen Nachrichtenlage“, sagte Matthias Jasper, Leiter Aktienhandel bei der WGZ Bank. „Erste Schritte für eine tragfähige Lösung der Euroschuldenkrise wurden gemacht.“ Nach der vorangegangenen Angst sei nun Zuversicht spürbar, dass gehandelt werde.

Nachdem Banken- und Versicherungsaktien bereits am Vortag zu den größten Gewinnern gehört hatten, legten sie am Donnerstag erneut zu. Im Dax gewannen die Anteilsscheine der Commerzbank annähernd zehn Prozent und besetzten damit abermals den Spitzenplatz. Die Papiere der Deutschen Bank stiegen um drei Prozent und die der Allianz rückten um 2,4 Prozent vor. Im M-Dax waren die Titel der Aareal Bank mit etwas mehr als zehn Prozent Plus Spitzenwert, gefolgt von den Titeln der Hannover Rück, die um 5,3 Prozent zulegten.

Technologiewerte litten dagegen unter den Quartalsberichten von Intel und Hynix: Der weltgrößte Halbleiter-Konzern Intel hatte zwar zum fünften Mal in Folge ein Rekordgeschäft gemeldet, doch der Ausblick für die PC-Sparte enttäuschte. Der koreanische Konzern Hynix, weltweit der zweitgrößte Hersteller von Memory-Chips für PC, hatte zur Vorlage seiner Quartalszahlen in dieselbe Kerbe geschlagen. Die Infineon-Aktien gaben um 1,2 Prozent nach, während im Tec-Dax etwa Dialog Semiconductor 2,1 Prozent einbüßten. Für Tui-Titel ging es nach positiven Aussagen der Tochter L’Tur um 3,6 Prozent hoch. „Der Umsatz liegt schon jetzt deutlich über dem Vorjahreswert“, hatte der Chef von Europas größtem Last-Minute-Anbieter, Markus Orth, der „Financial Times Deutschland“ gesagt.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,54 (Vortag: 2,49) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,15 Prozent auf 125,12 Punkte. Der Bund Future sank um 0,85 Prozent auf 127,05 Punkte. Der Kurs des Euro stieg bis zum Abend deutlich und stand zum europäischen Handelsschluss bei 1,4371 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag noch auf 1,4222 (Mittwoch: 1,4207) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7031 (0,7039) Euro. Tsp

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