So war der Tag : EZB-Chef treibt die Kurse

Dank klarer Worte von EZB-Chef Mario Draghi hat es der Dax am Donnerstag deutlich ins Plus geschafft. Starke US-Auftragseingänge und überraschend deutlich gesunkene wöchentliche Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe gaben zusätzliche Schützenhilfe.

Schwache deutsche Unternehmenszahlen und die anhaltende Euro-Schuldenkrise, die zunächst noch belastet hatten, traten in den Hintergrund. Zum Handelsschluss notierte der deutsche Leitindex 2,8 Prozent höher bei 6582 Punkten. Damit knüpfte er an die Vortagsentwicklung an, als er ein knappes Plus ins Ziel gerettet und so eine dreitägige Verlustserie beendet hatte. Der M-Dax stieg am Donnerstag um 2,4 Prozent auf 10 722 Punkte, und für den Tec-Dax ging es um 2,2 Prozent auf 772 Punkte hoch.

Auch der Euro zog kräftig an. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2260 (Mittwoch: 1,2134) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8157 (0,8241) Euro. Die Renditen für spanische und italienische Staatsanleihen gaben merklich nach.

Der oberste Währungshüter der Eurozone signalisierte weitere Unterstützung für die Krisenstaaten. „Die EZB wird alles Notwendige tun, um den Euro zu erhalten“, sagte Draghi. Wichtiger noch als die demonstrative Entschlossenheit werteten Händler Aussagen, die auf eine Wiederaufnahme des seit März ruhenden Anleihekaufprogramms der EZB hindeuten könnten.

Hierzulande legten allein aus dem Dax fünf Unternehmen Zahlen vor, die überwiegend enttäuschten. Schwache Zahlen und unsichere Geschäftsaussichten ließen die Siemens-Aktien um zuletzt 1,2 Prozent abrutschen. Der Elektrokonzern wurde im dritten Geschäftsquartal unerwartet deutlich von der zunehmenden Kaufzurückhaltung seiner Kunden erfasst und versah das Gewinnziel mit einem Fragezeichen. Bei MAN sorgte die Bilanzvorlage für noch deutlichere Kursabschläge von 5,7 Prozent. Damit übernahmen die Aktien des Nutzfahrzeugherstellers die rote Laterne im Dax. Vor allem der Gewinn habe die Erwartungen deutlich verfehlt, hieß es aus dem Markt. Die Vorzugsaktien von VW büßten 0,1Prozent ein. Zwar fielen der Umsatz und das operative Ergebnis des Wolfsburger Autobauers im ersten Halbjahr etwas besser aus als prognostiziert. Allerdings schwächte sich die operative Entwicklung angesichts einer verhalteneren Entwicklung in Europa im zweiten Quartal ab. Laut Händlern belastete vor allem der Ausblick. Für die BASF-Papiere ging es um 2,9 Prozent hoch. Der Chemiekonzern nach einem Gewinnrückgang im zweiten Quartal bei seinen Jahreszielen.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere von 1,04 Prozent am Vortag auf 1,01 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,09 Prozent auf 135,0 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,54 Prozent auf 143,94 Punkte. Tsp

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