So war der Tag : EZB enttäuscht die Anleger

Enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA sowie schwindende Zinssenkungsfantasien in Europa haben den Dax am Donnerstag wieder unter 6700 Punkte gedrückt. Nach einem überwiegend freundlichen Verlauf gab der Leitindex zum Handelsschluss 0,2 Prozent auf 6694 Punkte ab. Mehrere starke Quartalsberichte hatten das Börsenbarometer am Morgen noch bis auf rund 6792 Punkte nach oben geschoben. Der M-Dax rettete zum Schluss ein kleines Plus von 0,2 Prozent auf 10 850 Punkte, der Tec-Dax stieg leicht um 0,1 Prozent auf 796 Punkte.

Die Tagesagenda war mit einer wahren Zahlenflut von alleine zehn Unternehmen aus dem Dax, Anleiheauktionen in Frankreich und Spanien, der Leitzinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie mit US-Konjunkturdaten gut gefüllt. Nachdem die EZB zunächst für etwas Ernüchterung gesorgt hatte, folgten bald darauf enttäuschende Daten aus den USA. Im April hatte sich die Stimmung im Dienstleistungssektor der USA überraschend stark eingetrübt.

Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank sah daher Grund genug für eine „Moll-Stimmung“ im Dax. Mit Hochspannung dürfte nun der am Freitag anstehende monatliche US-Arbeitsmarktbericht erwartet werden. Gefragt waren im Dax vor allem die Aktien von BMW, die um 0,9 Prozent stiegen. Der Autobauer war im ersten Quartal weiter auf Erfolgskurs geblieben.

Ein unerwartet hoher Quartalsverlust drückte die Aktien von Heidelberg-Cement dagegen um 3,4 Prozent ins Minus. Verantwortlich waren kräftig gestiegene Energiekosten und ein kalter Jahresstart in Europa. Mit einem Abschlag von 3,1 Prozent gingen auch die Infineon-Papiere aus dem Tag. Zwar hatte der Halbleiterkonzern seine Umsatz- und Gewinnprognose für das Gesamtgeschäftsjahr leicht angehoben, Analysten kritisierten jedoch, die Zahlen lägen lediglich im Rahmen der bisherigen Markterwartungen. Dass der Nivea-Hersteller Beiersdorf die ersten Früchte seines Konzernumbaus ernten kann, honorierten die Investoren. Die Aktie stieg um 0,3 Prozent.

Im M-Dax rückten die Aktien von Hannover Rück um 3,8 Prozent vor. Der weltweit drittgrößte Rückversicherer war dank ausgebliebener Naturkatastrophen und lukrativer Finanzgeschäfte mit einem überraschend kräftigen Gewinnsprung in das Jahr gestartet.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,33 Prozent am Vortag auf 1,31 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,16 Prozent auf 133,04 Punkte und der Bund-Future gewann 0,03 Prozent auf 141,68 Punkte. Der Euro erholte sich bis zum Abend leicht und stand bei 1,3146 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,3123 (Mittwoch: 1,3131) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7620 (0,7616) Euro.Tsp

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