So war der Tag : Finanzwerte verlieren

Steigende Renditen von Anleihen mehrerer Euro-Staaten haben Europas Aktienmärkte auch am Donnerstag belastet. Eine Warnung der Ratingagentur Fitch vor den Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise auf US- Banken sorgte für zusätzliche Nervosität. Der Dax schloss bei dünnen Umsätzen 1,1 Prozent niedriger bei 5850 Punkten. Der M-Dax mittelgroßer Werte verlor 1,6 Prozent auf 8720 Punkte, der Tec-Dax ermäßigte sich um 1,1 Prozent auf 680 Punkte.

Die US-Indizes verzeichneten bis zum Börsenschluss in Europa mehrheitlich ebenfalls Abschläge. Bei den US-Konjunkturdaten fielen die Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe und zu den Baubeginnen zwar besser aus als erwartet, der Konjunkturindex der Federal Reserve von Philadelphia ging indes stärker zurück als prognostiziert.

Mit großer Sorge beobachteten die Aktienanleger die Entwicklung an den europäischen Rentenmärkten, wo die Renditen der Anleihen Italiens, Spaniens und Frankreichs wieder anzogen. Der Risikoaufschlag für zehnjährige französische Papiere erreichte mit zwei vollen Prozentpunkten einen Rekord seit Einführung des Euro 1999. Später erholten sich die Renditen aber wieder. Die Spanier mussten bei einer Auktion von Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit so hohe Zinsen berappen wie seit 14 Jahren nicht mehr. „Ich würde auf die Tendenz nicht zu viel geben, da ist noch alles drin“, sagte ein Händler. Die Nervosität der Anleger sei unverändert hoch. Viele hielten sich derzeit ganz vom Aktienmarkt fern, was sich in den unterdurchschnittlichen Umsätzen dieser Tage widerspiegele. „Bei so geringer Liquidität kann es dann schnell durch eine Order zu einer rasanten Bewegung kommen“, erklärte ein Händler.

Zu den größten Verlierern im Dax zählten Finanzwerte wie Commerzbank mit minus 4,3 Prozent und Deutsche Bank mit minus 3,7 Prozent. Die steigenden Renditen hätten die Furcht vor Ausfällen in den Wertanlagen der Banken und Versicherer geschürt, sagten Händler. Allianz-Titel büßten 0,9 Prozent ein. Auch stark konjunkturabhängige Stahlaktien gerieten nach einer Prognosesenkung von Voestalpine unter Druck. So fielen Papiere von Thyssen-Krupp am Dax-Ende um 5,9 Prozent. Die Aktien von Metro stiegen als Gewinner im Dax um 1,5 Prozent. Händler sprachen von einem positiven Einfluss der Zahlen des niederländischen Handelskonzerns Ahold, die besser als erwartet ausgefallen waren.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,52 (Vortag: 1,55) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 131,39 Punkte. Der Bund Future sank um 0,67 Prozent auf 137,22 Punkte. Der Euro legte am Donnerstag zu und notierte zuletzt bei 1,3513 US-Dollar. Am Mittag hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 1,3480 (1,3484) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7418 (0,7416) Euro. Tsp

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