So war der Tag : Flucht in Erneuerbare

Schreckensmeldungen aus Japan und die immer größer werdende Angst vor einer atomaren Katastrophe haben den Dax am Dienstag zeitweise auf den tiefsten Stand seit Oktober 2010 gedrückt. Am späten Nachmittag konnte der deutsche Leitindex dann seine Verluste angesichts nicht ganz so starker Einbußen an den New Yorker Börsen aber wieder etwas eindämmen. Zum Handelsschluss verlor der Dax 3,2 Prozent auf 6648 Punkte.

Der M-Dax der mittelgroßen Werte sank um 2,6 Prozent auf 9629 Punkte. Vergleichsweise moderat fielen dagegen die Verluste im Tec-Dax aus, für den es dank der erneuten Kursgewinne bei Erneuerbare-Energien-Aktien nur um 0,4 Prozent auf 867 Punkte nach unten ging.

Aktienhändler Christian Falkner von Alpha Wertpapierhandel sagte, alle Blicke seien gebannt auf die Ereignisse in Japan gerichtet. Die Unsicherheit sei groß. Die zuletzt dramatische Entwicklung im arabischen Königreich Bahrain rückt an den Kapitalmärkten laut Falkner derzeit komplett in den Hintergrund.

Die Aktien der Versorger gerieten angesichts der Atomkrise in Japan und des verkündeten Moratoriums zur Laufzeitverlängerung für deutsche Atomkraftwerke erneut unter Druck. RWE verloren 3,6 Prozent, Eon verbilligten sich um 2,8 Prozent. Bei einer früheren Abschaltung von Kernkraftwerken entstehe ein erheblicher Druck auf die Gewinne und Bewertung beider Unternehmen, schrieb Analystin Deborah Wilkens von Goldman Sachs. Schwach zeigte sich auch der Chemiesektor. BASF, Linde und K+S rutschten um jeweils mehr als vier Prozent ab.

Die Papiere von Chipherstellern wie Infineon und Dialog Semiconductor büßten 4,36 und 10,87 Prozent ein. Der zunächst noch positiv gewertete Preisanstieg für NAND-Speicherchips dürfte einem Börsianer zufolge nur temporär sein, da die Nachfrage aus Japan wegen der dortigen Katastrophe wohl massiv einbrechen werde. Für Furore im Tec-Dax sorgten die Titel des Solarkonzerns Conergy, die mit einem Plus von 105 Prozent dreistellig hochschnellten.

Derweil hat die jüngste Herabstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens durch die US-Ratingagentur Moody’s dem Vertrauen der Anleger in die spanischen Staatsfinanzen nichts anhaben können. Madrid beschaffte sich am Dienstag auf dem Geldmarkt 5,5 Milliarden Euro zu relativ günstigen Zinsbedingungen. Bei zwei Auktionen kurzlaufender Anleihen gingen die Risikoaufschläge gegenüber früheren Versteigerungen zurück. Das Zinsniveau sank auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2010.

   Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,81 (Montag: 2,98) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,91 Prozent auf 122,92 Punkte. Der Bund Future gewann 0,80 Prozent auf 123,17 Punkte. Für den Euro ging es nach unten. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3884 (1,3948) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7203 (0,7169) Euro. Tsp

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