So war der Tag : Geldpolitik gibt den Ton an

Deutsche Aktien haben am Freitag erst im späten Handel Gewinne verbucht. Die nachlassende Furcht vor einer baldigen Straffung der US-Geldpolitik half dem Dax am Nachmittag. Der Leitindex machte seine Verluste von 0,4 Prozent wett und schloss bei 8391 Punkten (plus 0,2 Prozent). Der M-Dax kletterte um 0,3 Prozent auf 14 762 Punkte, der Tec-Dax verlor 0,1 Prozent auf 1030 Zähler. Zuvor hatte der von Thomson Reuters und der Universität Michigan vorgelegte Index zum Verbrauchervertrauen gezeigt, dass sich die Stimmung der US-Verbraucher im August unerwartet eingetrübt hat. Maue Konjunkturdaten schüren bei einigen Anlegern die Hoffnung, dass die Federal Reserve ihre lockere Geldpolitik nicht so bald straffen wird. Der Rückgang des Michigan-Indexes solle aber nicht dazu verleiten, den nach wie vor freundlichen Konjunkturausblick für die USA in Zweifel zu ziehen, kommentierte Helaba-Analyst Johannes Jander.

Die Unsicherheit um die künftige Geldpolitik in den USA habe die Börsen im früheren Handelsverlauf belastet, sagte Händler Matt Basi von CMC Markets. In dieser Phase sorgten gute Nachrichten für Aktienverkäufe. Am Vorabend hatten wachsende Sorgen um ein baldiges Ende der ultralockeren Geldpolitik in den USA, aber auch ein schwacher Ausblick vom Handelskonzern Wal-Mart die Wall Street weiter unter Druck gesetzt.

Lufthansa-Titel sackten am Freitag auf ein neues Tief seit Mitte Dezember und waren mit einem Minus von zeitweise fast drei Prozent schwächster Wert im Dax. Die Unruhen in Ägypten gelten als Belastung für den Reise- und Freizeitsektor. Die Lufthansa leide darunter vor allem wegen des steigenden Ölpreises, sagten Händler. Die Vorzüge von Volkswagen verbilligten sich um 0,9 Prozent. Die Aussagen von Vertriebschef Christian Klingler klingen dem Börsianer zufolge immer vorsichtiger.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,55 (Vortag: 1,50) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,25 Prozent auf 132,62 Punkte. Der Bund Future gewann 0,04 Prozent auf 140,26 Punkte. Der Euro stieg nach den US-Daten weiter auf 1,3365 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3340 (1,3297) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7496 (0,7521) Euro. Tsp

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