So war der Tag : Gewinne trotz Irland

Der deutsche Aktienmarkt ist nach den Turbulenzen des Vortages wieder in ruhigere Fahrwasser zurückgekehrt und hat ein deutliches Plus eingefahren. Der Dax legte am Mittwoch um 1,3 Prozent auf 7267 Punkte zu, nachdem er am Dienstag noch zeitweise unter die Marke von 7000 Punkten abgerutscht war. Für den M-Dax der Nebenwerte ging es zuletzt um 1,7 Prozent auf 10 930 Punkte nach oben, der Tec-Dax stieg um 0,3 Prozent auf 873 Punkte. Allerdings zweifelten Händler daran, dass die Erholung von Dauer ist.

Die Abstufung des Ratings für Irland auf „Ramsch-Niveau“ belastete einem Börsianer zufolge kaum – dies zeige der recht stabile Euro. Die Ratingagentur hatte den Schritt am Dienstagabend mit der höheren Wahrscheinlichkeit eines zweiten Hilfspakets begründet. Ähnlich sah dies Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research: Die Troika aus EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank habe klargemacht, dass sie die Ratings für Länder, die sich unter dem Rettungsschirm befinden, nicht mehr ernst nehme. Laut Händlerin Anita Paluch von ETX Capital sorgten auch Daten aus China für Auftrieb: Das Wirtschaftswachstum hatte sich dort im zweiten Quartal weniger stark als erwartet verlangsamt.

Bankenwerte konnten zunächst teilweise zulegen, lagen zuletzt aber wieder im Minus. Die Aktien der Commerzbank sanken um 0,2 Prozent, Deutschen Bank-Anteilsscheine gaben um 0,5 Prozent nach. Deutliche Gewinne verbuchten Automobilwerte nach einer positiven Studie der französischen Bank Exane BNP Paribas: Die Volkswagen-Vorzüge kletterten um 1,6 Prozent, Daimler-Titel wiederum stiegen sogar um 2,9 Prozent. Bei BMW wirkte sich auch noch die Anhebung der Prognose vom Vortag positiv aus, die Titel legten an der Dax-Spitze um 4,4 Prozent zu.

Konsumgütertitel, die nach einem enttäuschenden Umsatzwachstum des französischen Konkurrenten L’Oréal am Vormittag noch am Dax-Ende gestanden hatten, retteten sich zum Abend ins Plus. Beiersdorf-Aktien legten um 0,3 Prozent zu, Henkel-Titel um 0,4 Prozent. L’Oréal macht die schwache Nachfrage in Nordamerika und Osteuropa zu schaffen.

Im M-Dax kletterten die Aktien von Gerresheimer nach überzeugenden Quartalszahlen um 7,1 Prozent und damit an die Index-Spitze. Der Hersteller von Spezialverpackungen und Medizintechnik hatte im zweiten Quartal trotz Sonderlasten Umsatz und Gewinn gesteigert.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere deutlich auf 2,49 (Vortag: 2,38) Prozent. Der Rentenindex Rex rückte um 0,77 Prozent vor auf 125,05 Punkte. Der Bund Future verlor 0,19 Prozent auf 128,64 Punkte. Der Euro stieg, die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,4073 (1,3975) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7106 (0,7156) Euro. Tsp

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