So war der Tag : Globales Unwohlsein

Neu entfachte Sorgen um die Konjunktur haben die jüngste Talfahrt des Dax am Donnerstag beschleunigt. Der Leitindex sackte um fünf Prozent auf 5164 Punkte ab und fuhr damit den größten Tagesverlust seit rund zweieinhalb Wochen ein. Alle Dax-Einzelwerte lagen mit mehr als eineinhalb Prozent im Minus. Bereits am Vortag hatte der Leitindex deutlich nachgegeben, insgesamt stehen nun in dieser Woche drei Handelstage mit klaren Kursverlusten zu Buche. Der M-Dax sank um 5,7 Prozent auf 8230 Punkte, der Tec-Dax büßte 4,7 Prozent auf 654 Punkte ein.

Die Aussagen der US-Notenbank vom Vorabend drückten stark auf die Stimmung, wie Marktbeobachterin Anita Wisniewska-Paluch von Gekko Global Markets sagte. Die Fed hatte am Mittwoch wegen „signifikanter Abwärtsrisiken“ für die US-Konjunktur wie erwartet die Umschichtung von Anleihekäufen angekündigt. Viele Experten bezweifeln aber die Wirkung der Maßnahme.

Weltbank-Präsident Robert Zoellick sagte mit Blick auf die Weltwirtschaft, er halte ein neuerliches Abgleiten in die Rezession zwar für unwahrscheinlich: „Aber mein Vertrauen verliert täglich an Boden angesichts des stetigen Flusses an schlechten Nachrichten.“ Belastend wirkten auch Abstufungen der Kreditwürdigkeit einiger Banken aus Italien und den USA sowie ein schwacher Einkaufsmanagerindex aus China. Abgerundet wurde das Bild von etwas enttäuschenden US-Jobdaten.

Die Abstufungen der Banken führten bei den Papieren der Deutschen Bank zu einem Minus von 8,4 Prozent am Dax-Ende. Commerzbank-Aktien verloren mehr als sechs Prozent, die Titel der Aareal Bank knapp zwölf Prozent.

Herbe Verluste gab es auch im Autosektor. Daimler-Aktien verbuchten ein Minus von 7,5 Prozent. VW-Papiere büßten rund sechseinhalb Prozent ein, BMW-Titel fünfeinhalb Prozent. Marktteilnehmer verwiesen zudem auf einen Bericht im Börsenbrief Bernecker, wonach die Branche im vierten Quartal einen Dämpfer erhalten könnte. Auch Metro-Papiere gehörten mit einem Abschlag von 8,1 Prozent zu den größten Verlierern. Am besten schnitten Aktien aus der Gesundheits- und Konsumbranche ab. Aktien von Beiersdorf gaben als bester Dax-Wert nur um 1,6 Prozent nach.

Millionenabschreibungen im wichtigen Auslandsmarkt Serbien haben das Vertrauen der Anleger in den Arzneimittelhersteller Stada erschüttert. Im M-Dax verloren die Titel 9,5 Prozent, nachdem sie am Mittwoch bereits um mehr als 19 Prozent abgestürzt waren.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,49 (Vortag: 1,61) Prozent.Der Rentenindex Rex stieg um 0,52 Prozent auf 131,05 Punkte. Der Bund Future gewann 0,58 Prozent auf 138,60 Punkte. Der Kurs des Euro fiel: Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,3448 (1,3636) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7436 (0,7334) Euro. Tsp

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