So war der Tag : Große Nervosität

Trotz der Probleme rund um die hoch verschuldeten Eurostaaten hat der Dax am Dienstag nach einem recht schwankungsreichen Verlauf zugelegt. Nachdem der Leitindex zeitweise wieder unter 6100 Punkte fiel, ging er mit plus 0,3 Prozent bei 6161 Punkten aus dem Handel. Der M-Dax der mittleren Werte verlor hingegen 0,6 Prozent auf 10 044 Punkte und der Tec-Dax sank um 0,3 Prozent auf 737 Punkte.

„Die Euphorie vom Montag ist schnell verflogen. Der Dax hat sich jedoch insgesamt zwar nervös, aber stabil gezeigt“, sagte Analyst Christian Hamann von der Hamburger Sparkasse. Druck sei nur am Nachmittag kurzzeitig in den Markt gekommen, nachdem zehnjährige spanische Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit Einführung des Euro geklettert waren. Börsenbriefautor Hans Bernecker verwies vor allem auf die hohe Unsicherheit vor der Wahl in Griechenland am Wochenende. „Bis zum Freitag bleibt mithin die Tagestendenz unruhig“, erwartet er.

Die Sorgen rund um Spanien und auch Italien belasteten vor allem die Bankenwerte in Europa. Die Rendite zehnjähriger spanischer Staatsanleihen kletterte auf 6,783 Prozent. Zudem stufte die Ratingagentur Fitch 18 spanische Geldhäuser herunter. Italienische Staatspapiere erfasste die Krise ebenfalls mit voller Macht: Zehnjährige Renditen kletterten auf 6,156 Prozent. Im Dax belastete dies vor allem die Titel der Commerzbank, die am Index-Ende um 1,4 Prozent nachgaben. Die Aktien der Deutschen Bank verloren knapp ein Prozent.

Dass die schwächelnde Nachfrage nach Flugtickets das Wachstum der Lufthansa im Mai nahezu ausbremste, drückte die Aktie der größten europäischen Fluggesellschaft. Sie büßte 0,6 Prozent ein.

Die Aktien der Autobauer zeigten sich uneinheitlich. Wachsende Lagerbestände bei chinesischen Autohändlern hatten im Mai die Preise gedrückt, was die Titel von BMW und Daimler belastete. BMW gaben um 0,3 Prozent nach und Daimler um 0,6 Prozent. Die Vorzugsaktien von VW hingegen stiegen um 0,7 Prozent. Die Wolfsburger sprachen von einem starken China-Geschäft und einer weiter anziehenden Nachfrage in den USA im abgelaufenen Monat. Dadurch habe das hohe Wachstumstempo gehalten werden können, hieß es.

Eine Kaufempfehlung der Schweizer Großbank UBS verhalf den Titeln des Versorgers Eon zu einem Kursplus von zwei Prozent auf 14,62 Euro.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,12 Prozent (Vortag: 1,13 Prozent). Der Rentenindex Rex stieg um 0,06 Prozent auf 134,07 Punkte. Der Bund Future büßte 1,01 Prozent auf 142,59 Punkte ein. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2492 (Montag: 1,2544) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8005 (0,7972) Euro. Tsp

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