So war der Tag : Gute Nachrichten helfen nicht

Gute Konjunkturdaten aus den USA haben dem deutschen Aktienmarkt einen halbwegs versöhnlichen Wochenschluss beschert. Der Dax, der am Freitag nach einem freundlichen Start zeitweilig um mehr als ein Prozent abgerutscht war, schloss letztlich nur noch 0,4 Prozent tiefer bei 6110 Punkten. Auf Wochensicht musste der Leitindex damit Verluste von 2,4 Prozent verkraften. Der Tec-Dax beendete den Tag 0,1 Prozent schwächer bei 746 Punkten, der M-Dax dagegen konnte um 0,3 Prozent auf 8267 Punkte zulegen.

Das stark gestiegene deutsche Bruttoinlandsprodukt hatte morgens noch die Notierungen gestützt. „Die Zahlen waren zwar sensationell, sind aber jetzt Vergangenheit“, relativierte Jochen Intelmann, Marktanalyst bei der Hamburger Sparkasse. Die Anleger fürchteten immer noch ein erneutes Abgleiten der USA in die Rezession. Andere Börsianer hatten die zeitweise deutlichen Kursverluste mit einer enttäuschend verlaufenen Auktion italienischer Staatsanleihen begründet.

Zu den größten Verlierern im Dax gehörte die Eon-Aktie, die 1,6 Prozent nachgab. Der Streit über die geplante Einführung einer Brennelementesteuer belastet Händlern zufolge die Papiere des Atomkraftwerksbetreibers. RWE-Papiere verloren 0,8 Prozent. Auch für Volkswagen ging es mit 1,2 Prozent bergab. Der Autobauer rechnet nach dem Ende der staatlichen Kaufanreize weltweit mit einer schrumpfenden Autonachfrage. Die zurückhaltenden Kommentare zum Markt könnten die Investoren zeitweise verschrecken, sagte ein Händler.

Gefragt waren dagegen Aktien von ThyssenKrupp mit einem Plus von 1,5 Prozent. Besonders gut sei angekommen, dass der Stahlkonzern nach kräftigen Zuwächsen von April bis Juni seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben habe, sagte ein Börsianer. Der Konzern erwartet nach eigenen Angaben nun ein bereinigtes Ergebnis vor Steuern (EBT) im mittleren bis höheren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich, der Umsatz soll leicht steigen.

Größte Dax-Gewinner waren nach einer Hochstufung durch Exane BNP Paribas die Titel des Salz- und Düngemittelkonzerns K+S. Sie verteuerten sich einen Tag nach der Vorlage der Halbjahreszahlen um 2,5 Prozent. Im Minus lagen trotz einer Versechsfachung des Gewinns im zweiten Quartal dagegen die Papiere von SMA Solar. Die Titel des Solarindustrie-Zulieferers gaben 1,7 Prozent nach und waren damit zeitweise größter Verlierer im Tec-Dax. Anleger hatten noch mehr erwartet.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,10 (Vortag: 2,09) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,11 Prozent auf 127,59 Punkte. Der Bund Future fiel um minimale 0,02 Prozent auf 131,19 Punkte. Der Eurokurs stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2799 (1,2790) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7813 (0,7819) Euro. Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar