So war der Tag : Hilfe vom US-Arbeitsmarkt

04.02.2012 00:00 Uhr

Unerwartet starke US-Arbeitsmarktdaten haben die europäischen Aktienanleger am Freitag in Feierlaune versetzt. Dax und Euro-Stoxx50 kletterten auf Mehrmonatshochs und auch bei einigen Rohstoffen wie Erdöl griffen Anleger beherzt zu. Im Gegenzug trennten sich Investoren von den in wirtschaftlich schwierigen Zeiten beliebten „sicheren Häfen“ wie Bundesanleihen oder Gold. Der Dax schloss bei 6766 Punkten, 1,7 Prozent höher als am Vortag. Der M-Dax gewann zwei Prozent auf 10 413 Punkte. Der Tec-Dax legte 1,4 Prozent auf 771 Zähler zu.

Die beiden Rohöl-Sorten WTI und Brent verteuerten sich jeweils um rund ein Prozent auf 97,03 beziehungsweise 113,60 Dollar je Barrel (159 Liter).

Der Goldpreis fiel um ein Prozent auf 1740 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der US-Landwirtschaft stieg den Angaben zufolge im Januar um 243 000. Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Plus von 150 000 gerechnet. Außerdem wurden die Werte für den Beschäftigungsaufbau im November und Dezember 2011 teilweise deutlich nach oben korrigiert. „Das ist ohne Zweifel ein sehr robuster Bericht und es wird wohl niemanden geben, dem er nicht gefällt“, sagte Andrew Wilkinson, Chefvolkswirt beim Brokerhaus Miller Tabak&Co. „Die Revisionen signalisieren, dass sich die Wirtschaft besser entwickelt hat als gedacht.“ Der Stellenaufbau zeige, dass die US-Wirtschaft auf dem richtigen Weg sei, sagte Brian Dolan, Marktstratege bei Forex.com. Gleichzeitig sinke damit die Wahrscheinlichkeit auf ein drittes Anleihe-Ankaufprogramm (QE3) der US-Notenbank Fed.

Zu den gefragtesten Werten gehörten europaweit die Finanztitel. Unter den deutschen Dax-Werten gewannen Commerzbank-Aktien 0,9 Prozent. Deutsche- Bank-Titel kamen dagegen nur um 0,4 Prozent voran. Hier wirkten die enttäuschenden Geschäftszahlen nach, sagten Börsianer. Neben den starken US-Daten profitierten die Banken von der anhaltenden Hoffnung auf eine baldige Einigung bei den Gesprächen um einen Schuldenschnitt bei Griechenland. Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker bremste am Nachmittag allerdings die Optimisten. Das für Montag erwartete Sondertreffen der Euro-Gruppe zu Griechenland komme nicht zustande. Eine Zusammenkunft im Laufe der Woche sei aber möglich. Stärkster Wert im Dax war am Freitag die Daimler-Aktie, die bis zum Abend 3,1 Prozent gewann.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,52 (Vortag: 1,48) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,20 Prozent auf 131,62 Punkte, der Bund-Future gab um 0,19 Prozent auf 138,82 Punkte nach. Der Kurs des Euro stand zuletzt bei 1,3121 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,3160 (Donnerstag: 1,3094) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7599 (0,7637) Euro. Tsp

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