So war der Tag : Hoffen auf die Griechen

Zuversicht über eine Verabschiedung des Sparhaushalts der griechischen Regierung im Parlament hat am Dienstag den Dax und den Euro angeschoben. Der deutsche Leitindex kletterte bis zum Handelsschluss um 0,9 Prozent auf 7170 Punkte, der Euro nahm mit Kursen von 1,439 Dollar die 1,44 Dollar wieder ins Visier. Die Gemeinschaftswährung hatte zuvor noch unter 1,43 Dollar notiert. „Die Anleger setzen wohl darauf, dass das Paket durchkommt – denn eine Alternative gibt es ja nicht wirklich, da Griechenland sonst pleite wäre“, fasste ein Devisenanalyst zusammen. Die Stimmung könnte aber auch rasch wieder drehen. Händler begründeten den Anstieg des Euro auch mit Aussagen von EZB-Chef Jean-Claude Trichet, wonach eine Zinserhöhung im Juli trotz der Krise in Griechenland wahrscheinlich ist. Zudem waren US-Konjunkturdaten schwach ausgefallen. So war das Verbrauchervertrauen im Juni überraschend gefallen. Für Auftrieb sorgte zudem ein überraschend gestiegener GfK-Konsumklimaindex.

Erholt zeigten sich am Dienstag erneut die Bankenwerte. Commerzbank-Aktien waren mit einem Plus von 4,5 Prozent größte Dax-Gewinner. Die Titel der Deutschen Bank lagen ebenfalls in der Spitzengruppe und gewannen 2,3 Prozent. Der europäische Bankenindex legte um zwei Prozent zu, der griechische Branchenindex gewann 4,7 Prozent. Es gebe nun höhere Erwartungen, dass die Sparpläne der griechischen Regierung im Parlament durchkommen würden, sagte Analyst Nick Koskoletos von Eurobank EFG Equities. Händler in Frankfurt und an anderen Börsenplätzen sahen hingegen keine konkrete Gründe für den Anstieg. „Offenbar erholen sich die Titel, nachdem sie am Montag so deutlich nachgegeben haben“, sagte ein Börsianer. Die Kursbewegung sei an beiden Tagen aber nach seiner Meinung übertrieben.

Abgeschlagenes Dax-Schlusslicht waren die schwer gewichteten Aktien von Siemens mit einem Minus von 2,3 Prozent. Börsianer reagierten enttäuscht auf einen Zwischenbericht des Konzerns über den Geschäftsverlauf. Siemens muss sich nach eigenen Angaben stärker anstrengen, um seine Wachstumsziele zu erreichen. Die Aktien von Adidas (plus 3,9 Prozent) und Puma (plus 2,7 Prozent) profitierten dagegen von starken Zahlen des US-Konkurrenten Nike. Der Sportartikel-Konzern glänzte im Frühjahr mit überraschend hohen Zuwächsen bei Umsatz und Gewinn. Allerdings fallen die Margen angesichts steigender Kosten für Rohmaterialien, Produktion und Transport weiter.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,60 (Montag: 2,59) Prozent. Der Rentenindex Rex zeigte sich mit plus 0,01 Prozent bei 124,67 Punkten kaum verändert. Der Bund Future verlor 0,71 Prozent auf 126,55 Punkte. Der Euro legte zu. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,4261 (1,4205) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7012 (0,7040) Euro. Tsp

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