So war der Tag : Hoffnung in den USA

Überraschend gute Zahlen vom US-Arbeitsmarkt haben die Dax-Anleger am Donnerstag aus der Reserve gelockt. Der Leitindex stieg bis zum Abend um 0,7 Prozent auf 7485 Punkte und machte damit sein Vortagesminus wieder wett. Der M-Dax rückte um 1,1 Prozent auf 11 195 Punkte vor. Für den Tec-Dax ging es um 0,9 Prozent auf 907 Punkte nach oben.

Die jüngsten Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten hätten positiv überrascht, sagte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank. In der Privatwirtschaft stieg die Zahl der Jobs um 157000. Auch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gingen deutlicher als prognostiziert zurück. „Das lässt hoffen, dass auch der am Freitag anstehende Arbeitsmarktbericht der Regierung besser ausfällt als erwartet“, sagte ein Händler.

Die Zinserhöhung durch die EZB ließ die Anleger am deutschen Aktienmarkt dagegen weitestgehend kalt. „Das hat niemanden umgehauen“, sagte ein Börsianer. Wie erwartet hat die Notenbank den Schlüsselzins für die Euro-Zone im Kampf gegen die Inflation von 1,25 auf 1,5 Prozent hochgeschraubt. Es ist die zweite Erhöhung in diesem Jahr.

Weit oben auf der Dax-Gewinnerliste standen die Aktien der Deutschen Börse. Die Aussicht auf einen erfolgreichen Zusammenschluss mit der Nyse Euronext trieb die Papiere auf den höchsten Stand seit knapp fünf Wochen. Sie notierten 2,5 Prozent höher. Deutlich im Plus präsentierten sich zudem die Aktien von BMW, die um 1,8 Prozent stiegen. Der Münchener Autobauer hatte sowohl im Juni als auch im gesamten ersten Halbjahr einen Verkaufsrekord verbucht.

Nicht so gut sah es hingegen für die Aktien von Thyssen Krupp aus. Der Stahlkonzern verkaufte ein Aktienpaket in Höhe von rund 1,6 Milliarden Euro. Der neue Thyssen Krupp-Chef Heinrich Hiesinger will damit den Schuldenabbau vorantreiben. Den Angaben zufolge sind die Papiere zu 32,95 Euro je Aktie vor allem an institutionelle Anleger aus dem In- und Ausland verkauft worden. Händler hatten die Spanne zuvor mit 32,95 bis 33,95 Euro beziffert. „Das Placement soll nicht so gut gelaufen sein“, sagte ein Marktteilnehmer. Thyssen Krupp waren mit einem Abschlag von 5,4 Prozent größter Dax-Verlierer.

Den Rückwärtsgang legten auch die Aktien von Adidas ein, was ein Händler auf enttäuschende Zahlen der chinesischen Li Ning zurückführte. Der Sportwaren-Hersteller hatte einen Umsatzrückgang und sinkende Gewinnmargen in Aussicht gestellt. Adidas fielen um 0,6 Prozent.

Am Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 2,72 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,13 Prozent auf 124,07 Punkte. Der Bund Future lag mit 0,17 Prozent im Minus bei 126,30 Punkten. Der Euro fiel. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,4247 (Mittwoch: 1,4318) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,7019 (0,6984) Euro. Tsp

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