So war der Tag : In Einkaufslaune

Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag kräftig zugelegt. Vor allem Spekulationen rund um Spanien sowie gute Zahlen der US-Investmentbank Goldman Sachs gaben Auftrieb. Der Dax legte bis zum späten Nachmittag um 1,5 Prozent auf 7373 Punkte zu. Für den M-Dax ging es um ein Prozent auf 11 430 Punkte nach oben. Zeitweise war der Index mittelgroßer Werte nur rund 50 Punkte von seinem Rekordhoch aus dem Jahr 2007 entfernt. Der Tec-Dax rückte um 1,1 Prozent auf 825 Punkte vor.

Nachdem am Morgen die positive Stimmung der Überseebörsen für Gewinne gesorgt hatten, richtete sich das Augenmerk im Handelsverlauf zunehmend auf Europa. So verwies ein Händler auf aktuelle Aussagen des haushaltspolitischen Sprechers der Unionsfraktion Norbert Barthle. Dieser habe in einem Interview gesagt, dass Deutschland offen sei für eine vorläufige Kreditlinie Spaniens beim Rettungsschirm ESM. „Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Spanien unter den Rettungsschirm schlüpft“, sagte der Händler.

Nach Ansicht von Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade gaben zudem die Quartalszahlen von Goldman Sachs deutlich Auftrieb: „Die bisherige US-Berichtssaison verläuft besser als erwartet und Goldman Sachs bestätigt dies.“ Die Investmentbank erwirtschaftete im dritten Quartal deutlich mehr als von Analysten erwartet. Die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank waren wegen der Spekulationen über Spanien und der Goldman-Zahlen die Favoriten im Dax mit einem Plus von jeweils etwas mehr als drei Prozent. Europaweit war die Bankbranche an diesem Tag ebenfalls am stärksten gefragt. Die Aktien der Deutschen Telekom zeigten sich mit plus 0,1 Prozent fast unverändert. Die unklare Gemengelage rund um die Zukunft der Tochter T-Mobile USA drücke auf die Stimmung, sagte Analyst Jochen Reichert von Warburg Research. Dass Konkurrentin Telefonica Ende Oktober ihre deutsche Tochter O2 in Frankfurt an die Börse bringen will, hatte dagegen keinen Einfluss auf den Kursverlauf.

Autoaktien rückten vor allem nach dem Monatsbericht des Branchenverbands ACEA in den Fokus. In der Europäischen Union schrumpften die Pkw-Neuzulassungen im September den zwölften Monat in Folge. Die Anteilsscheine von BMW und Daimler legten nur schwach zu. Die Vorzüge von Volkswagen dagegen wurden von einer positiven Studie der französischen Bank Exane BNP gestützt und gewannen 1,1 Prozent.

Am Anleihemarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,19 Prozent am Vortag auf 1,20 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,10 Prozent auf 134,17 Punkte. Der Bund Future gab um 0,48 Prozent auf 140,77 Punkte nach. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3046 (Montag: 1,2971) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7665 (0,7710) Euro. Tsp

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