So war der Tag : Indizes weiten Verluste aus

Die anhaltende Verunsicherung der Anleger hat dem Dax am Donnerstag weitere schwere Verluste eingebracht. Der Leitindex büßte bis zum Handelsschluss zwei Prozent auf 5867 Punkte ein – zwischenzeitlich war er sogar bis auf 5780 Punkte abgesackt. Der M-Dax der mittelgroßen Werte rutschte um 3,1 Prozent auf 7774 Punkte ab. Der Tec-Dax fiel um drei Prozent auf 723 Punkte. Von den 110 Aktien aus den wichtigsten deutschen Aktienindizes konnten sich nur fünf in positivem Terrain behaupten.

Investoren seien wegen der widersprüchlichen Meinungen von Experten zur Schuldenkrise und zu Regulierungsmaßnahmen am Finanzmarkt unsicher, sagte Analyst Frank Geilfuß vom Bankhaus Löbbecke & Co. Händler verwiesen zudem auf Gerüchte, wonach nun doch ein europaweites Verbot für ungedeckte Leerverkäufe kommen könnte. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier stellte für Oktober einen europäischen Vorschlag zum Umgang mit hoch riskanten Wetten auf fallende Kurse in Aussicht. Analyst Patrick Pflüger von IG Markets sah zudem negative Signale von der US-Konjunktur: „Bisher konnten gute Daten immer wieder die Märkte etwas beruhigen – nun kommt auch noch Störfeuer von dieser Seite.“ Zu einzelnen Unternehmen gab es kaum Nachrichten. Analyst Christoph Schmidt von der N.M.F. AG sah insbesondere die Titel exportorientierter und zyklischer Unternehmen unter Druck.

Entsprechend wurden vor allem Autohersteller gemieden. Daimler-Aktien büßten 4,5 Prozent ein. Bei Volkswagen sorgten zudem Berichte für Druck, dass dem Sportwagenbauer Porsche auch in Deutschland Milliardenklagen drohen. Die auf Kapitalrecht spezialisierte Münchener Kanzlei CLLB wolle Porsche wegen Marktmanipulation auf mindestens 2,4 Milliarden Euro verklagen, berichtete die „Wirtschaftswoche“. In den USA liegen Schadenersatzforderungen vor, die auf bis zu neun Milliarden Dollar ansteigen könnten. Die im Dax notierten VW-Vorzugsaktien verloren 3,7 Prozent und Porsche-Vorzüge gaben 5,3 Prozent ab. Im Blick der Anleger standen auch Stahlwerte. Eine skeptische Branchenstudie von Merrill Lynch belastete zusätzlich, so dass Thyssen-Krupp-Aktien vier Prozent einbüßten.

Aktien des Autozulieferer und Rüstungskonzern Rheinmetall verloren nach Berichten, laut denen Finanzminister Wolfgang Schäuble für das Verteidigungsministerium mit die höchsten Einsparungen plant, 5,7 Prozent.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,31 (Vortag: 2,32). Der Rentenindex Rex fiel um 0,05 Prozent auf 127,31 Punkte. Der Bund Future stieg derweil um 0,57 Prozent auf 128,20 Punkte. Auch der Euro-Kurs stieg. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2334 (Mittwoch: 1,2270) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8108 (0,8150) Euro. Tsp

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