So war der Tag : Intervention hebt die Stimmung

Die Hilfe mehrerer Notenbanken für Japan und die Aussicht auf ein Ende der Kämpfe in Libyen haben den europäischen Aktienmärkten am Freitag Auftrieb gegeben. Der Dax schloss 0,1 Prozent im Plus bei 6664 Punkten. Auch die Wall Street lag im frühen Handel im Plus. Der M-Dax gewann 1,2 Prozent auf 9854 Punkte, der Tec-Dax verlor 0,5 Prozent auf 868 Zähler zu.

Die Hilfsmaßnahmen der G-7-Notenbanken zur Beendigung des Yen-Höhenfluges trügen zur Beruhigung der Finanzmärkte bei, sagte Giles Watts, Chef-Aktienhändler bei City Index. „Aber es wird noch einige Tage der Konsolidierung brauchen, bevor der Markt davon ausgeht, dass das Schlimmste vorüber ist.“ Ein anderer Börsianer betonte, die Stimmung könne schnell wieder kippen. Schließlich sei die Lage im japanischen Unglücksreaktor Fukushima immer noch kritisch und neue Proteste in der arabischen Welt seien jederzeit möglich. Für Erleichterung sorgte am Nachmittag die Ankündigung der libyschen Regierung, die Kampfhandlungen gegen die Rebellen sofort einzustellen. Der Ölpreis drehte daraufhin ins Minus. Die Nordsee-Sorte Brent verbilligte sich auf 114,12 Dollar je Barrel (159 Liter), nachdem sie zuvor zeitweise mehr als 117 Dollar gekostet hatte. Am Abend wurde im Jemen der Ausnahmezustand ausgerufen.

Nach Einschätzung der Analysten der Citigroup wird der Aktienmarkt gleichwohl mittelfristig deutlich zulegen. Gemessen an den Gewinnaussichten für das kommende Jahr seien sowohl kontinentaleuropäische als auch britische Unternehmen unterbewertet, betonten sie.

Spitzenreiter im Dax waren die Autoaktien von Daimler (plus 2,3 Prozent) und BMW (plus 2,2 Prozent). Sie gehören zu den Profiteuren der Yen-Intervention, denn die Abwertung der japanischen Valuta macht ihre Produkte auf diesem wichtigen Markt billiger. Daimler hatte sich darüber hinaus positiv über die Aussichten des Lkw-Marktes geäußert.

Gefragt waren außerdem die beiden Index-Schwergewichte BASF (plus 1,7 Prozent) und Siemens (plus 0,2 Prozent), die dank positiver Analystenkommentare zulegten. Das Öl- und Gasgeschäft von BASF wird den Experten zufolge von steigenden Energiepreisen profitieren. Siemens wiederum winkten zusätzliche Aufträge dank verstärkter Investments in alternative Energiequellen.

Im Minus lagen erneut die beiden Versorger Eon und RWE, die sich um 1,6 Prozent beziehungsweise 0,6 Prozent verbilligten.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,86 (Vortag: 2,82) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,09 Prozent auf 122,94 Punkte. Der Bund Future sank indes um 0,03 Prozent auf 122,79 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4130 (Donnerstag: 1,4004) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7077 (0,7141) Euro. Tsp

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