So war der Tag : Italien beruhigt die Märkte

Die Hoffnung auf positive Konjunkturdaten aus China und eine mit Erleichterung aufgenommene Anleihe-Auktion Italiens haben den europäischen Aktienanlegern am Donnerstag Auftrieb gegeben. Der Dax beendete den Handel ein Prozent fester bei 6743 Punkten. Damit verbuchte das Börsenbarometer nach dem Einbruch zu Wochenbeginn den zweiten Tag infolge wieder Gewinne. Noch besser hielten sich die anderen Indizes: Der M-Dax der Nebenwerte gewann 2,2 Prozent auf 10 670 Punkte hinzu, der Tec-Dax kletterte um 2,1 Prozent auf 782 Punkte.

Dass die mit Spannung erwartete Auktion italienischer Bonds glimpflich über die Bühne ging, beruhigte die Börsianer auf beiden Seiten des Atlantiks. Laut Marktstratege Gregor Kuhn von IG Markets waren die aber Anleger hin und her gerissen zwischen Hoffnung auf eine gute US-Berichtssaison, erneuten Sorgen über die europäische Schuldenkrise sowie durchmischten Nachrichten aus den USA. „Der Dax ist launisch wie das Aprilwetter“, kommentierte Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank. Im späten Handel hatten Gerüchte dem Markt auf die Sprünge geholfen, wonach das Wachstum beim chinesischen Bruttosozialprodukt im ersten Quartal stärker als erwartet ausfallen könnte. China wird die Daten am frühen Freitag bekannt geben. Stützend wirkte auch die Nachricht, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen bis 2014 konstant niedrig halten will.

Im Dax zogen nach einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank die Aktien des Halbleiterkonzerns Infineon um 5,8 Prozent an. Positiv wirkte laut Händlern auch, dass die LBBW ihre Verkaufsempfehlung zurücknahm und ein Halten der Aktien empfahl. Ihren Erholungskurs fortsetzen konnten BMW und Volkswagen, die um 2,9 beziehungsweise 1,9 Prozent zulegten. Die größten Verlierer im Dax waren die Anteilsscheine von Metro mit einem Minus von 1,8 Prozent.

Im M-Dax profitierten Gerresheimer von überraschend guten Geschäftszahlen und der erhöhten Umsatzprognose. Die Titel des Spezialverpackungsherstellers legten um 10,1 Prozent zu. Noch höher im Kurs standen nach einem positiven Analystenkommentar der UBS die Aktien von Sky Deutschland, die sich um 14.5 Prozent verteuerten. Die Analysten hatten die Titel auf ihre Favoritenliste gesetzt. Unter Druck standen dagegen die Aktien des Rhön Klinikums, die um 2,8 Prozent abrutschten. Der Krankenhauskonzern hat für das erste Quartal seine Prognose gesenkt.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,42 (Vortag: 1,41) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,10 Prozent auf 132,13 Punkte. Der Bund-Future fiel um 0,12 Prozent auf 139,67 Punkte. Der Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3153 (Mittwoch: 1,3131) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7603 (0,7616) Euro.Tsp

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