So war der Tag : Katalonien schockt die Märkte

Neue Probleme im hoch verschuldeten Spanien haben die europäischen Börsen am Freitag belastet. Marktteilnehmer verwiesen auf den Ruf Kataloniens nach Finanzhilfen der spanischen Zentralregierung. „Dies schürt natürlich die Furcht vor einer Eskalation der Schuldenkrise“, sagte ein Börsianer. Die autonome Region Katalonien – wo ein Fünftel des spanischen Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet wird – hat nach Worten ihres Präsidenten Artur Mas Probleme bei der Umschuldung von in diesem Jahr fälligen Krediten im Volumen von mehr als 13 Milliarden Euro.

Der Dax rutschte nach einem freundlichen Auftakt knapp ins Minus zurück und notierte kurz vor Handelsschluss mit Minus 0,01 Prozent bei 6315 Punkten. Der M-Dax der Nebenwerte sank am Freitag um 0,5 Prozent auf 10 182 Punkte, der Tec-Dax verlor 0,2 Prozent auf 750 Punkte.

Am Devisenmarkt rutschte der Euro auf ein Zwei-Jahres-Tief von 1,2517 Dollar. Auch spanische Anleihen wurden verkauft. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Papiere stieg auf 6,303 Prozent. Investoren schichteten ihr Geld unter anderem in die als sicher geltenden Bundesanleihen um. Der Bund-Future nahm wieder Kurs auf sein Rekordhoch von 144,55 Punkten vom Vortag.

Da gleichzeitig die Diskussion um den „Grexit“ – einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone – anhielt, machten am Markt Spekulationen über neue Geldspritzen der Europäischen Zentralbank (EZB) die Runde. „Wir gehen davon aus, dass die EZB bei ihrer nächsten Ratssitzung am 6. Juni Maßnahmen ergreift“, schrieben die Analysten der Credit Agricole.

Unter den Einzelwerten gehörten die jüngst zu einer Erholung ansetzenden Aktien von Energiekonzernen bis zuletzt zu den stabilsten Werten. Eon-Anteile verteidigten im Dax ein Plus von 1,3 Prozent, Papiere des Konkurrenten RWE legten um 1,2 Prozent zu. Spitzenreiter im Dax waren aber die Aktien von Siemens. Eine Kaufempfehlung der Deutschen Bank verhalf den Papieren des Elektrokonzerns um 1,7 Prozent nach oben.

Bei Praktiker sorgte eine Meldung des „Spiegel“ für einen Kursrutsch von zeitweise mehr als sechs Prozent. In dem Magazinbericht hieß es, US-Finanzinvestor Anchorage verlange für einen Kredit an die Baumarkt-Kette eine „Überschreibung“ der Sparte Max Bahr. Praktiker widersprach dieser Darstellung. Tatsächlich solle ein vorrangiges Darlehen in dieser Höhe lediglich durch Vermögenswerte besichert werden. Praktiker-Aktien notierten am Nachmittag noch 3,7 Prozent im Minus.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,08 Prozent am Vortag auf 1,13 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,15 Prozent auf 133,97 Punkte. Die EZB setzte den Euro-Referenzkurs auf 1,2546 (Donnerstag: 1,2557) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7971 (0,7964) Euro. Tsp

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