So war der Tag : Katerstimmung

Sorgen um ein Wiederaufflammen der Euro-Schuldenkrise nach dem Wahlpatt in Italien haben den deutschen Aktienmarkt kräftig belastet. Der Dax schloss am Dienstag wieder unter der Marke von 7600 Punkten und gab seine Jahresgewinne komplett ab. In der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone blockieren sich die politischen Lager, da kein Parteienbündnis eine klare Mehrheit gewann. Zudem kehrte Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi zurück, der den Italienern im Wahlkampf trotz der finanziell desaströsen Lage des Landes umfassende Steuererleichterungen versprochen hatte. Mit einem Abschlag von 2,3 Prozent bei 7597 Punkten ging der Leitindex aus dem Handel. Seit der Veröffentlichung der ersten Prognosen am Vortag beläuft sich das Minus auf 3,4 Prozent. Positive Konjunkturdaten aus den USA und die Verteidigung der US-Politik des lockeren Geldes durch Notenbankchef Ben Bernanke fanden keine Beachtung. Der M-Dax büßte am Dienstag 1,1 Prozent auf 13 003 Punkte ein und der Tec-Dax verlor ein Prozent auf 903 Punkte.

In dem allgemein sehr trüben Umfeld gab es nur zwei positive Ausnahmen im Dax: Die Aktien von Fresenius und deren Tochter FMC stemmten sich nach Zahlen mit plus 2,8 beziehungsweise 1,5 Prozent gegen den Markt. Die Meinungen zum Zahlenwerk der beiden defensiv eingeschätzten Werte fielen überwiegend positiv aus. Beide Unternehmen hätten über den Marktprognosen liegende Ergebnisse gemeldet und mit ihren Ausblicken die Erwartungen erfüllt, schrieb etwa Analyst Sven Kürten von der DZ Bank.

In ganz Europa gaben die Börsen kräftig nach und ganz besonders heftig in Italien, wo der FTSE MIB-Index um 4,89 Prozent einbrach. Der Euro-Stoxx 50 büßte 3,1 Prozent auf 2571 Punkte ein und der Cac 40 in Paris sank um 2,7 Prozent auf 3622 Punkte.

Am deutschen Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,26 Prozent am Vortag auf 1,18 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,30 Prozent auf 134,50 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,19 Prozent auf 144,74 Punkte zu. Der Euro kam unter Druck: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3077 (Montag: 1,3304) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7647 (0,7517) Euro. Tsp

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