So war der Tag : Kehrtwende

Nach drei Verlusttagen hat der Dax am Donnerstag wieder zugelegt. Der deutsche Leitindex verbesserte sich bis zum Handelsschluss um 1,1 Prozent auf 7281 Punkte. Der tags zuvor bereits von EADS gestützte M-Dax mittelgroßer Werte legte um weitere 0,8 Prozent auf 11 328 Punkte zu, und der Tec-Dax stieg um 0,1 Prozent auf 810 Punkte.

„Die Abstufung der Bonität Spaniens durch Standard & Poor's (S&P) nährt die Hoffnung, dass die Regierung endlich offiziell bei der EZB um Hilfe bittet“, sagte Marktstratege Ishaq Siddiqi von ETX Capital. Andere Marktteilnehmer hatten zuvor auch Nachrichten aus dem spanischen Bankensektor positiv gewertet: Erstmals seit einem Jahr hatte sich im September die Abhängigkeit dortiger Finanzinstitute von der Europäischen Zentralbank (EZB) verringert. Der spanische Aktienmarkt selbst konnte von all dem allerdings nicht profitieren und lag im Minus. Der Euro legte indes deutlich zu. Als weitere Stütze machte der Experte eine ordentliche Nachfrage bei einer Auktion italienischer Staatsanleihen aus. Positiv wirkte auch der Rückgang der wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe auf den tiefsten Stand seit Februar 2008. Analysten hatten mit einem leichten Anstieg gerechnet.

Besonders erholt präsentierten sich die Aktien des Dax-Neulings Lanxess mit plus 2,9 Prozent. Erstmals nach sieben Verlusttagen hatten die Aktionäre des Spezialchemiekonzerns damit wieder Grund zur Freude.

Dagegen ging es für Siemens nach einer Verkaufsempfehlung der Deutschen Bank um 1,3 Prozent nach unten. Die Aussichten für die Branche verschlechterten sich, schrieben die Analysten in einem Kommentar. Außerdem bestehe das Risiko, dass das Sparprogramm, das Konzern- Chef Peter Löscher den Führungskräften bei einer Tagung in Berlin vorstellte, hinter den Erwartungen der Anleger zurückbleibe. Die Papiere der Lufthansa zogen um 1,7 Prozent an.

ProSiebenSat.1-Aktien gewannen im M-Dax 3,3 Prozent. Händler sprachen von einer optimistischen Stimmung nach der Investorenveranstaltung am Vortag. Fraport zogen nach den Verkehrszahlen des Flughafenbetreibers um 0,5 Prozent an. Trotz des Streiks bei der Lufthansa wurde in Frankfurt am Main im September ein neuer Passagierrekord erreicht. Bei EADS kam es derweil trotz Kaufempfehlungen nach der gescheiterten Fusion mit BAE Systems zu Gewinnmitnahmen, die das Papier mit 0,8 Prozent ins Minus drückten.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere am Donnerstag von 1,20 Prozent am Vortag auf 1,18 Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,17 Prozent auf 134,32 Punkte. Der Bund Future büßte 0,04 Prozent ein auf 141,43 Punkte. Der Kurs des Euro zog an: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2918 (Mittwoch: 1,2889) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7741 (0,7759) Euro. Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben