So war der Tag : Keine Wende in Sicht

Die anhaltende Schwäche des US- Arbeitsmarktes hat Anleger zum Wochenschluss die Lust auf deutsche Aktien genommen. Der mit Spannung erwartete September-Bericht vom Jobmarkt fiel schlechter aus als erwartet, so dass Börsianer ein Eingreifen der Federal Reserve für wahrscheinlicher hielten. Der Dax notierte zum Handelsschluss bei 6275 Punkten (plus 0,3 Prozent). Nach Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten war er am Nachmittag zeitweise auf 6240 Punkte gestürzt und dann wieder knapp an die Marke von 6300 Zählern gesprungen. Der M-Dax legte um 0,9 Prozent auf 8926 Zähler zu, der Tec-Dax verlor 0,1 Prozent auf 773 Punkte.

„Im US-Dienstleistungssektor sind zwar Stellen geschaffen worden, aber das reicht nicht, um den Arbeitsmarkt wieder auf gesunde Füße zu stellen“, kommentierte HSBC-Trinkaus-Volkswirt Thomas Amend. „Letzten Endes läuft alles darauf hinaus, dass die US-Notenbank wohl doch noch einmal eingreift.“ Im September waren in den USA unerwartet 95 000 Stellen abgebaut worden. „Das einzig Positive am Arbeitsmarktbericht war die Revision der Zahlen aus dem Privatsektor vom Vormonat“, sagte ein Händler.

Darüber hinaus blickten Investoren aufmerksam auf die beginnende Herbst-Tagung von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF). „Es wäre mehr als wünschenswert, wenn sich die großen Staaten auf Maßnahmen einigen könnten, den aktuellen Abwertungswettlauf zu bändigen“, sagte ein Händler. Eurogruppenchef Jean- Claude Juncker sagte, er sei mit einem Euro bei 1,40 Dollar nicht glücklich. Die Gemeinschaftswährung gab daraufhin auf 1,3868 Dollar nach. In den vergangenen Tagen hatten die wachsenden Spannungen an den Devisenmärkten für Verunsicherung gesorgt. Einige Staaten versuchen, ihre schwächelnde Konjunktur durch niedrige Wechselkurse anzukurbeln.

Erneute Gerüchte über eine Übernahme von K+S gaben den Aktien des Düngemittelherstellers am Freitag Auftrieb. Sie waren der stärkste Dax-Wert. Es gebe Spekulationen über ein Angebot des Minengiganten Rio Tinto in Höhe von 58 Euro je Aktie, sagten mehrere Händler. K+S-Titel verteuerten sich daraufhin um bis zu 5,1 Prozent auf 46,66 Euro. Im Anschluss bröckelte das Plus auf 3,9 Prozent ab. Weder Rio Tinto noch K+S wollten sich zu den Gerüchten äußern. Unter Verkaufsdruck gerieten MAN. Die Aktien verloren 2,2 Prozent, nachdem sich die UBS negativ zu den Geschäftsaussichten der Branche geäußert hatte.

Am Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf dem Vortagswert von 2,03 Prozent. Der Rentenindex Rex sank minimal um 0,01 Prozent auf 128,42 Punkte. Der Bund Future verlor 0,11 Prozent auf 131,50 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3874 (Donnerstag: 1,3970) Dollar fest. Tsp

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