So war der Tag : Kräftige Gewinne

Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch dem schwachen ifo-Index getrotzt und seine Erholung mit erhöhtem Tempo fortgesetzt. Nach einem freundlichen Handelsstart an der Wall Street gelang es dem Dax sogar zeitweise, die Marke von 5700 Punkten zurückzuerobern und bis auf 5743 Punkte zu steigen.

Mit einem Plus von 2,7 Prozent auf 5681 Punkte ging der deutsche Leitindex schließlich aus dem Tag. Im weiterhin nervösen Handel ignorierten die Anleger die überraschend stark eingetrübte Stimmung in der deutschen Wirtschaft, honorierten aber zugleich die positiven Auftragsdaten aus den USA. Der M-Dax der mittleren Werte legte um 3,2 Prozent auf 8747 Punkte zu, der Tec-Dax gewann 2,4 Prozent auf 719 Punkte.

Patrick Hussy, Analyst und Geschäftsführer von Sentix, einem Unternehmen, das die Stimmung der institutionellen und privaten Anleger erforscht, hatte eine positive Reaktion ungeachtet schwacher ZEW-und ifo-Daten bereits erwartet, nachdem am Aktienmarkt in der vergangenen Woche erstmals die Angst messbar geworden sei. Damit, so argumentierte er, sei eine Bodenbildung möglich geworden. Marktanalyst Wolfgang Duwe von der Bremer Landesbank meinte zudem, dass der Markt nach den kräftigen Verlusten der vergangenen Wochen ohnehin reif für eine technische Gegenreaktion sei. „Allerdings bleiben mit der Schuldenkrise und den Rezessionssorgen die belastenden Themen auf der Agenda.“

Zyklische Werte gehörten zu den größten Gewinnern. Im Autosektor, der bereits am Vortag stark war, legten vor allem die Daimler-Titel zu und gewannen 5,2 Prozent. BMW-Aktien stiegen um 4,3 Prozent und VW-Vorzüge um 4,6 Prozent. Ein Händler verwies darauf, dass Autowerte während der jüngsten Börsenturbulenzen besonders stark gelitten hätten. Mit SAP, BASF, Infineon und Thyssen-Krupp legten weitere konjunkturabhängige Werte zwischen 2,5 und 3,6 Prozent zu.

Die Papiere der Deutschen Börse profitierten an der Dax-Spitze mit plus 5,6 Prozent von einer Regeländerung ihrer Tochter Stoxx. Der Index-Anbieter berücksichtigt nun aktuellere Daten zum Streubesitz der Unternehmen. „Das hat zur Konsequenz, dass die Aktie der Deutschen Börse nun im EuroStoxx 50 bleiben dürfte“, sagte Index-Experte Berndt Fernow von der LBBW. Tags zuvor hatte das Papier noch um 2,6 Prozent nachgegeben, nachdem Index-Experten dessen Tage im Auswahlindex als gezählt erachtet hatten. Stoxx wird seine Index-Zusammensetzungen am 31. August überprüfen.

Der Rentenindex Rex stieg um 0,06 Prozent auf 129,13 Punkte. Der Bund Future gab um 0,51 Prozent auf 134,59 Punkte nach. Auch der Kurs des Euro fiel bis zum Abend auf 1,4395 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4433 (1,4462) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,6929 (0,6915) Euro.Tsp

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