So war der Tag : Kurzer Höhenflug

Einen Tag vor dem EU-Krisengipfel hat der Dax am Dienstag mit leichten Verlusten geschlossen. Erneut war er zuvor von hochnervösen Anlegern auf Berg- und Talfahrt geschickt worden und hatte am frühen Nachmittag noch bei rund 6158 Punkten den höchsten Stand seit elf Wochen erreicht. Mit einem Minus von 0,1 Prozent auf 6046 Punkten ging er schließlich aus dem Handel. Der M-Dax der Nebenwerte verlor 0,9 Prozent auf 9065 Punkte, und der Tec-Dax fiel um 1,2 Prozent auf 700 Punkte. Der EuroStoxx 50 schloss den Tag mit einem Verlust von 1,1 Prozent auf 2343 Punkten. Auch die Börsen in Paris und London gaben nach.

Negative Konjunkturdaten aus den USA fanden vor dem Hintergrund des Krisengipfels kaum Beachtung. „Der Gesamtmarkt ist weiterhin fest im Bann des Gipfeltreffens“, kommentierte Händler Andreas Lipkow vom Wertpapierhandelshaus MWB Fairtrade. Wie nervös der Markt erneut gewesen sei, hätten vor allem Gerüchte am Nachmittag deutlich gemacht. „Als über eine Aufhebung des Gipfeltreffens spekuliert wurde, nachdem zuvor das Treffen der Finanzminister abgesagt worden war, rauschte der Dax innerhalb weniger Minuten um über 100 Punkte in den Keller.“ Ab Mittwochabend, so hofft Lipkow, sollte sich die Blickrichtung wieder ändern und der politische Einfluss abnehmen.

Vor allem Quartalszahlen sollten dann wieder verstärkt in den Blick rücken, nachdem auch in Deutschland die Berichtssaison wieder angelaufen ist. Die Deutsche Bank machte als Branchenprimus den Auftakt im Dax und meldete starke Ergebnisse. Die durch die Euro-Schuldenkrise ausgelösten Turbulenzen an den Kapitalmärkten hatte das Finanzinstitut nicht so stark zu spüren bekommen wie befürchtet. Die Aktie, die zeitweise bis auf 29,38 Euro und damit an die Dax-Spitze gestiegen war, schloss mit plus 0,3 Prozent auf 28,55 Euro.

Fahrzeugwerte legten nach einem zögerlichen Start doch noch zu. So kletterten die MAN-Titel trotz eines vorsichtigeren Ausblicks des schwedischen Lkw-Bauers Volvo ins Plus und stiegen um 0,8 Prozent. Die Aktien von Daimler verteuerten sich als Favorit unter den deutschen Autowerten um 1,2 Prozent. Die Infineon-Papiere rückten trotz eines pessimistischen Blicks des Halbleiterherstellers STMicroelectronics auf das letzte Jahresviertel um 2,8 Prozent als Spitzenwert im Dax vor. Die Aktien von Heidelberger Druck sackten am M-Dax-Ende um knapp zwölf Prozent ab.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,90 (Montag: 1,82) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,35 Prozent auf 129,29 Punkte. Der Bund Future verlor 0,29 Prozent auf 135,16 Punkte. Der Euro legte zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3918 (1,3856) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7185 (0,7217) Euro.Tsp

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