So war der Tag : Lange Verliererlisten

Gewinnmitnahmen haben den

deutschen Aktienmarkt am Dienstag ins Minus gedrückt. Der Dax schloss 1,03 Prozent schwächer bei 6286 Punkten. Für den M-Dax der mittelgroßen Werte ging es um 1,6 Prozent auf 8553 Punkte nach unten, der Technologiewerte-Index Tec-Dax verlor 1,3 Prozent auf 765 Punkte.

Nachdem der Dax in der vergangenen Woche mehrere neue Jahreshochs markiert habe, fehlten nun weitestgehend die Impulse für weitere Kursanstiege, sagte Händler Udo Becker von der Münchener Privatbank Merck Finck. IG-Markets-Analyst Patrick Pflüger verwies zudem auf schwache US-Konjunkturdaten und die Nervosität der Anleger vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank am Abend. Bereits im Vorfeld habe ein Fed-Mitglied deutlich gemacht, dass die Chancen für eine weitere geldpolitische Lockerung schlecht stünden, bemerkte ein Händler. „Ein Großteil der Anleger bringt nach solchen Zahlen seine Schäfchen lieber ins Trockene.“

Im M-Dax verloren die Aktien des Immobilienunternehmens Gagfah nach enttäuschenden Zahlen 11,7 Prozent und waren der mit Abstand schwächste Wert im Index. Zwar endete das zweite Quartal nach Verkäufen aus dem Bestand mit einem kräftigen Ergebnisplus. Die Mieteinnahmen gingen aber entsprechend zurück, die Quartalsdividende wurde um die Hälfte gekürzt. Auch TUI-Papiere mussten mit einem Minus von 4,3 Prozent Federn lassen. Die britische TUI Travel, an der TUI mit mehr als 50 Prozent beteiligt ist, rechnet nur noch mit einem Gesamtjahresgewinn am unteren Ende der Markterwartungen. TUI-Travel-Aktien verbuchten an der Londoner Börse einen Kursrutsch von bis zu zehn Prozent. In die lange Verliererliste des M-Dax reihten sich auch Hannover Rück mit einem Abschlag von 6,1 Prozent ein. Der Untergang der Öl-Plattform „Deepwater Horizon“ und das Hochwasser in Osteuropa drückten den Gewinn des Rückversicherers im zweiten Quartal um fast ein Viertel auf 159,6 Millionen Euro.

Auch die Gewinnerliste im Dax war kurz: Nur Merck- und Eon-Titel lagen im Plus. Händlern zufolge werden die Papiere des Versorgers weiter von der Diskussion über die geplante Brennelementesteuer gestützt, die geringere als ursprünglich angedachte Belastungen erwarten lasse. Am Indexende verloren die Aktien der Lufthansa trotz einer Erholung im Passagier- und Frachtgeschäft zwei Prozent. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen.

Am Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 2,20 Prozent. Der Rentenindex Rex blieb mit 126,91 Punkten ebenfalls unverändert. Der Bund Future gab um 0,05 Prozent nach auf 129,96 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3133 (Montag: 1,3253) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7614 (0,7545) Euro. Tsp

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