So war der Tag : Leichte Stabilisierung

Die deutschen Aktienindizes haben sich am Mittwoch trotz leichter Abschläge weiter stabilisiert. Der Dax startete im Minus, holte aber auf und lag gegen Abend 0,3 Prozent im Plus bei 7171 Punkten. Der M-Dax mittelgroßer Werte pendelte um seinen Vortageswert; gegen Abend ging es um 0,06 Prozent runter auf 10 636 Punkte. Der Technologiewerte-Index Tec-Dax büßte 0,07 Prozent auf 897 Punkte ein.

Händler sprachen von einer weiteren Stabilisierung. Vor allem die positiv aufgenommene Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zu Griechenland und Europa habe für einige Erleichterung gesorgt. Zuvor hatte der überraschend schwache GfK-Konsumklimaindex für Zurückhaltung bei den Anlegern gesorgt. Zu der schlechten Stimmung trugen auch neue Daten aus den USA bei, wonach der Auftragseingang für langlebige Güter im April um 3,6 Prozent und damit stärker als erwartet zurückgegangen war. „Ob Schuldenkrise in Europa oder Konjunktursorgen in den USA – es gibt derzeit einiges, was auf die Stimmung drückt“, sagte ein Händler. Seit Anfang Mai hat der Dax bereits gut fünf Prozent verloren.

Gegen den schwachen Trend stemmten sich die Versorger. Die Stromkonzerne Eon und RWE legten um 2,3 und 1,9 Prozent zu und gehörten damit zu den größten Gewinnern im Dax. In der Bundesregierung gibt es Überlegungen, die Brennelementesteuer im Zuge der geplanten Energiewende wieder zu streichen. Eine Entscheidung solle am 6. Juni im Bundeskabinett fallen, hieß es in Regierungskreisen. Das wäre für die Unternehmen eine positive Überraschung, schrieb LBBW-Analyst Bernhard Jeggle.

Auch Lufthansa-Papiere erholten sich trotz der Flugausfälle wegen der Vulkanaschewolke um 1,1 Prozent. Mittlerweile entspanne sich die Lage bereits wieder, sagten Börsianer. Die Situation ist Experten zufolge insgesamt nicht so ernst wie bei dem Vulkanausbruch auf Island vor einem Jahr. Nach Angaben des meteorologischen Instituts in Reykjavik hat die Aktivität des Vulkans Grimsvötn in der Nacht auch schon stark abgenommen.

Getrennt haben sich die Anleger von Siemens-Aktien, die sich um ein Prozent verbilligten. Die US-Regierung hat Kunden des Münchener Konzerns vor möglichen Sicherheitsmängeln in Siemens-Software gewarnt. Siemens wies die Vorwürfe zwar zurück, die offizielle Warnung der US-Regierung mache aber nicht gerade Lust auf die Aktien, sagte ein Händler.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,79 (Vortag: 2,82) Prozent. Der Rentenindex Rex gewann 0,28 Prozent auf 123,65 Punkte. Der Bund Future legte 0,22 Prozent zu auf 125,01 Punkte. Der Euro kletterte auf 1,4116 US-Dollar. Der Dollar kostete damit 0,7108 (0,7098) Euro. Tsp

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