So war der Tag : Lieber auf Nummer sicher

Wegen anhaltender Sorgen um die Weltwirtschaft hat der Dax am Freitag den sechsten Wochenverlust in Folge hinnehmen müssen. Eine derart lange Negativserie hatte es zuletzt vor fast drei Jahren gegeben. Der Leitindex fiel am Freitag wieder unter die zuletzt hart umkämpfte Marke von 7100 Punkten und verlor 1,3 Prozent auf 7070 Zähler. Auf Wochensicht bedeutete dies ein Minus von 0,55 Prozent. Der M-Dax gab am letzten Handelstag der Woche um ein Prozent nach auf 10 572 Punkte. Der technologielastige Tec-Dax sank um ein Prozent auf 880 Punkte.

Der Dax weitete am Freitagnachmittag seinen Tagesverlust noch einmal aus, nachdem die US-Börsen negativ auf enttäuschende Wirtschaftsdaten aus China reagiert hatten. Dort war der Handelsüberschuss im Mai überraschend niedrig ausgefallen. Außerdem hätten die höheren Preise für US-Importe im Mai auf die Stimmung der Anleger gedrückt, sagte Andre Saenger, Marktanalyst bei IG Markets.

Einziger Gewinner im Dax waren die Thyssen-Krupp-Aktien mit plus 2,5 Prozent. Die Stahlpreisentwicklung sollte sich verbessern und das Kapazitätswachstum seinen Höhepunkt überschritten haben, schrieben die Analysten der Citigroup in einer Branchenstudie. Thyssen-Krupp könnte im dritten Geschäftsquartal positiv überraschen.

Die Siemens-Titel sackten indes um 1,9 Prozent. Investoren KKR und TPG soll nicht mehr interessiert sein an einem Mehrheitsanteil an Nokia Siemens Networks. Damit verbleibe nur noch ein Interessent. Ferner profitierten die Daimler-Titel nicht davon, dass der Autobauer seine Lastwagen-Produktion in Nordamerika ankurbelt. Die am Vortag gefragten Papiere verloren 1,8 Prozent.

Im M-Dax schnellten die Aktien von IVG Immobilien um 8,1 Prozent hoch. Händler verwiesen auf die Wiederaufnahme in die Indexfamilie der European Public Real Estate Association – einer Organisation, die die Interessen der großen europäischen Immobiliengesellschaften in der Öffentlichkeit vertritt.

Der Euro-Stoxx 50 sank um 1,6 Prozent auf 2733 Punkte. Für die nationalen Indizes in Paris und London ging es ebenfalls bergab. Auch in New York gab der Dow Jones zum europäischen Handelsschluss nach.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,73 (Vortag: 2,78) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,27 Prozent auf 123,88 Punkte. Der Bund Future lag mit 0,56 Prozent im Plus bei 125,88 Punkten. Der Euro sank und notierte zuletzt bei 1,4367 US-Dollar. „Der Euro wird derzeit von der hohen Unsicherheit der Investoren wegen der Griechenland-Krise belastet“, sagte Devisenexperte Eugen Keller vom Bankhaus Metzler. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs noch auf 1,4486 (1,4614) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,6903 (0,6843) Euro. Tsp

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