So war der Tag : Mit Minus ins Wochenende

Nach den Kursgewinnen der beiden vorangegangenen Tage haben Anleger vor dem Wochenende Kasse gemacht. Der Dax gab am Freitag seine Anfangsgewinne ab und schloss schließlich 1,2 Prozent schwächer bei 7266 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich über die Marke von 7400 Punkten geklettert war. Für den M-Dax der Nebenwerte ging es um 0,1 Prozent auf 10 778 Punkte nach oben, der Tec-Dax verlor 0,4 Prozent auf 916 Punkte.

„Viele Investoren gehen derzeit auf Nummer sicher, um nicht von irgendwelchen Nachrichten auf dem falschen Fuß erwischt zu werden“, sagte ein Börsianer. Schließlich sei immer noch unklar, wie es mit der europäischen Schuldenkrise weitergehe. Da die Berichtssaison nun weitgehend vorüber sei, fehlten die positiven Impulse von Unternehmensseite, sagten andere Börsianer. „Zündende Themen“ gebe es zum Wochenschluss nicht, dafür aber auch keine schlechten Nachrichten, sagte Chefvolkswirt Jochen Intelmann von der Hamburger Sparkasse. Zudem warteten viele Anleger ab, wer nach dem Rücktritt von Dominique Strauss-Kahn Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) werde.

Zum Handelsschluss lagen nur sieben Dax-Werte im Plus. Stärkster Titel war die Adidas-Aktie, die an der Spitze des Index 1,2 Prozent zulegte. Die Deutsche-Post-Aktie verlor nach anfänglichen Gewinnen durch eine positive Studie der US-Bank JP Morgan 0,4 Prozent. Verluste von 2,2 Prozent verbuchten Siemens-Aktien am Dax-Ende nach einer Schiedsgerichtsentscheidung der Internationalen Handelskammer. Der Konzern muss seinem Ex-Partner Areva 648 Millionen Euro zuzüglich Zinsen zahlen. Hintergrund ist der Verkauf des Anteils an dem zusammen mit Areva betriebenen kerntechnischen Gemeinschaftsunternehmen Areva NP an die Franzosen.

Im M-Dax rutschten die Anteilsscheine von Gagfah nach Zahlen vom Vorabend mit einem Minus von 10,9 Prozent ans Ende. Das Immobilienunternehmen will für das abgelaufene Quartal keine Dividende ausschütten.

Für Gesprächsstoff auf dem Parkett sorgte erneut das Börsendebüt von Linked-In an der Wall Street. Die Aktien des Online-Karrierenetzwerks hatten am Donnerstag bis zu 171 Prozent zugelegt – und gewannen am Freitag weiter. Diese Erstnotiz gilt als Test für die Börsengänge von Facebook oder Twitter. Die Aktien des deutschen Pendants Xing gaben einen Teil ihrer Vortagesgewinne wieder ab.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,90 (Donnerstag: 2,91) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,15 Prozent auf 123,02 Punkte. Der Bund Future lag mit 0,48 Prozent im Plus bei 124,72 Punkten. Der Euro gab nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4237 (1,4265) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7024 (0,7010) Euro. Tsp

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