So war der Tag : Müder Handel

Ruhe nach dem Sturm: Nach der Kursrallye am Mittwoch hielten sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Donnerstag zurück. Der Dax stagnierte zum Handelsschluss bei 6083 Zähler zu. Der M-Dax gewann 0,9 Prozent auf 8463 Punkte, der Tec-Dax verbesserte sich um 0,4 Prozent auf 761 Zähler.

Am Tag zuvor hatte ein überraschender Anstieg des Einkaufsmanagerindex für die US- Wirtschaft den Leitindex um 2,7 Prozent über die psychologisch wichtige Marke von 6000 Punkte katapultiert. „Bis zu den Zahlen hatten die meisten noch auf Rezessionsängste gesetzt“, sagte ein Händler. „Jetzt hat das ein bisschen nachgelassen, aber ganz sicher ist das alles noch nicht.“ Im Blick hatten die Anleger vor allem den an diesem Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht. „Vorher werden sich die Anleger kaum aus der Deckung trauen“, sagte ein Händler. Auch die leicht gesunkenen Anträge auf Arbeitslosenhilfe perlten am Donnerstag am Markt ab: „Die Zahlen waren besser als erwartet, aber kein großer Wurf“, sagte ein Analyst. Insgesamt stellten 472 000 Menschen erstmals einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe, weniger als von Experten prognostiziert.

Spitzenreiter im Dax waren erneut Heidelberg-Cement. Die Papiere des Baustoffkonzerns verteuerten sich um 2,3 Prozent, nachdem sie am Mittwoch bereits um gut sechs Prozent zugelegt hatten. Wenn die Konjunktursorgen etwas nachließen, seien zyklische Werte immer stärker gefragt, sagte ein Händler. Börsianer verwiesen zudem auf eine Hochstufung des Zementsektors durch die Analysten von Cheuvreux.

Das steigende Interesse der amerikanischen Verbraucher an deutschen Oberklassewagen half den Aktien von Daimler und BMW. Mit einem Aufschlag von 1,4 beziehungsweise 1,6 Prozent zählten sie zu den Zugpferden im Dax. „In der Summe konnte die Absatzentwicklung im August, insbesondere im Vergleich zu den asiatischen und US-Herstellern, überzeugen“, sagte DZ-Bank-Analyst Michael Punzet. VW- Aktien hinkten mit einem Plus von 1,1 Prozent etwas hinterher: Die Wolfsburger hatten im August in den USA knapp acht Prozent weniger Autos verkauft, die Tochter Porsche war da mit einem Plus von 33 Prozent erfolgreicher.

Nicht gefragt waren die Aktien der Deutschen Bank, die mit einem Minus von 3,2 Prozent das Schlusslicht im Dax bildeten.

Am deutschen Rentenmarkt kletterte die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,94 (Vortag: 1,87) Prozent. Anleger wagten sich wieder auf den Aktienmarkt, Renten verloren an Attraktivität. Der Referenzkurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,2812 (1,2800) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7802 (0,7813) Euro. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte ihre Zinsen unverändert bei 0,1 Prozent belassen. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen, erklärte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Donnerstag. Tsp

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