So war der Tag : Nervöse Märkte

Der nach wie vor nicht gelöste Schuldenstreit in den USA hat zum Wochenstart für erhöhte Nervosität am deutschen Aktienmarkt gesorgt. Nach einem schwächeren Start pendelte der Dax die meiste Zeit über zwischen minimalen Gewinnen und Verlusten und schloss schließlich bei 7344 Punkten um 0,2 Prozent höher. Dem M-Dax und dem Tec-Dax erging es ähnlich: Der Index mittelgroßer Werte gewann ebenfalls 0,2 Prozent auf 10 914 Punkte hinzu. Das Technologiewerte-Barometer stieg um 0,1 Prozent auf 849 Punkte.

„Es gibt zwei Dinge, auf die die Menschen derzeit warten: Das eine ist der Sommer und das andere ist eine Lösung des US-Schuldenstreits“, kommentierten die Experten von Close Brothers Seydler. In den USA laufe die Zeit davon. Eine mögliche Zahlungsunfähigkeit sei ein unvorstellbares Szenario für die Märkte – daher bleibe die Nervosität sehr hoch. Bis Montagabend (Ortszeit) muss das US-Abgeordnetenhaus mit seinen Beratungen beginnen, damit bis zum 2. August ein Gesetz über die Anhebung der Schuldenobergrenze im Kongress verabschiedet werden kann.

Zu spüren war die Nervosität auch am Goldmarkt: Der Preis für das Edelmetall kletterte um bis zu 1,5 Prozent auf ein neues Rekordhoch von 1622 Dollar je Feinunze. „Bis klar ist, was passiert, werden die Investoren weiter in den sicheren Hafen Gold gehen“, sagte Natalie Robertson, Rohstoff-Analystin bei ANZ.

Besonders schwer taten sich zum Wochenauftakt die Finanzwerte, die nach Aussage von Händlern sowohl auf die sich zuspitzende Schuldenkrise in den USA wie auch auf eine erneute Herunterstufung der Bonität Griechenlands durch die Ratingagentur Moody's reagierten. Die Aktien der Commerzbank gaben vier Prozent ab, die Papiere der Deutschen Bank verloren 1,2 Prozent, und für die Titel der Allianz ging es um 0,9 Prozent nach unten. Bei der Commerzbank hatte zudem Cheuvreux-Analyst Cyril Meilland seine Gewinnschätzungen je Aktie für 2011 um 23 Prozent gesenkt, um damit dem Griechenland-Engagement der Bank Rechnung zu tragen.

Im Tec-Dax waren die Papiere von Dialog Semiconductor mit plus 4,2 Prozent Spitzenreiter. Das Unternehmen hatte zuvor Quartalszahlen vorgelegt. Ein Analyst sprach von „hervorragenden Zahlen“. Ein angehobener Ausblick für 2011 katapultierte die Aktien von Leoni an die M-Dax-Spitze, wo sie sich um 5,5 Prozent verteuerten.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,58 (Freitag: 2,68) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,51 Prozent auf 124,80 Punkte. Der Bund Future kletterte um 0,41 Prozent auf 128,21 Punkte. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4380 (Freitag: 1,4391) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,6954 (0,6949) Euro.Tsp

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