So war der Tag : Notenbanken greifen ein

Die Aussicht auf zusätzliche Dollar für die europäischen Banken hat am Donnerstag ein Kursfeuerwerk an den internationalen Aktienmärkten entfacht. Dax und Euro- Stoxx 50 verdoppelten zeitweise ihre Kursgewinne und stiegen in der Spitze um jeweils rund 4,5 Prozent. Der Dax kletterte bis zum Handelsschluss um 3,2 Prozent auf 5508 Zähler. Europäische Bank-Aktien schossen teilweise mehr als 20 Prozent in die Höhe.

Bei den Banken stachen die französischen Institute BNP Paribas , Credit Agricole und Société Générale mit Spitzen-Kursgewinnen zwischen 13 und 22 Prozent heraus. Sie standen in den vergangenen Wochen im Mittelpunkt der Spekulationen um Probleme einiger Banken, an Dollar zu kommen. Für gute Stimmung unter den Investoren sorgte außerdem das Bekenntnis von Bundeskanzlerin Angela Merkel und des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, „dass die Zukunft Griechenlands in der Euro-Zone ist“.

Kaum ins Gewicht fiel, dass die Produktion der US-Industrie Schwung verloren hat. Das Verarbeitende Gewerbe stellte im August 0,2 Prozent mehr her als im Vormonat, teilte die US-Notenbank am Donnerstag mit. Im Juli hatte es noch ein Plus von 0,9 Prozent gegeben. Analysten hatten für August mit einem Anstieg von 0,1 Prozent gerechnet . Die Kapazitätsauslastung stieg von revidierten 77,2 auf 77,4 Prozent. Auch die Aussichten sind nicht besonders gut.

„Der Markt nimmt positiv auf, dass die Notenbanken versuchen, die Krise mit allen Mitteln zurückzudrängen“, begründete Rainer Sartoris, Volkswirt bei HSBC Trinkaus, den Kursanstieg. Einige Kreditinstitute hätten in den vergangenen Wochen Probleme gehabt, an Dollar zu kommen. „Das Problem sollte durch die Maßnahmen reduziert werden, weil die längerfristige Liquidität sichergestellt wird.“ Die Notenbanken der USA, der Eurozone, Großbritanniens, der Schweiz und Japans kündigten für die kommenden Monate mehrere zusätzliche Dollar-Refinanzierungsgeschäfte an.

An der Spitze des Dax lagen ebenfalls Bank- Aktien. Deutsche-Bank-Papiere gewannen zuletzt 5,8 Prozent, Commerzbank-Aktien 7,8 Prozent. Allianz-Titel stiegen um 6,7 Prozent. Einziger Verlierer im europäischen Bankenindex war die UBS. Die Schweizer Großbank ist nach eigenen Angaben Opfer eines milliardenschweren Spekulationsskandals geworden. Ihre Aktie stürzte um bis zu zehn Prozent ab.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,72 Prozent (Vortag: 1,59 Prozent). Der Rentenindex Rex sank deutlich um 0,56 Punkte auf 129,92 Punkte. Der Bund Future sank um 1,07 Prozent auf 135,41 Punkte. Der Kurs des Euro stieg erneut kräftig: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3795 (Mittwoch: 1,3729) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7249 (0,7284) Euro. Tsp

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