So war der Tag : Ölpreis sinkt, Eurokurs steigt

Die Sorgen um eine drohende Nuklearkatastrophe in Japan haben den Dax am Montag weiter ins Minus gedrückt. Zum Handelsschluss stand der deutsche Leitindex 1,7 Prozent tiefer bei 6866 Punkten. Der M-Dax der mittelgroßen Werte verlor 1,3 Prozent auf 9880 Punkte. Für den Tec-Dax ging es hingegen dank fulminanter Kursgewinne für Aktien aus der Erneuerbare-Energien-Branche um 0,2 Prozent auf 870 Punkte hoch.

Der Stillstand in Teilen der japanischen Industrie ließ am Montag die Ölpreise zeitweise sinken. „Da Japan der drittgrößte Ölimporteur der Weltist, fällt Nachfrage aus“, erklärte Unicredit-Volkswirt Andreas Rees. Mittelfristig werde der Ölpreis durch den Japan-Effekt jedoch eher ansteigen: „Zum einen sind dann die Raffinerien wieder einsatzfähig. Zum anderen könnte die Energieerzeugung durch Öl steigen, da möglicherweise anhaltend weniger Atomstrom produziert wird.“

Die Beschlüsse der Euro-Staaten zur Stabilisierung der Gemeinschaftswährung und angeschlagener Mitgliedsländer half am Montag europäischen Bankentiteln auf die Sprünge. Die Titel der Deutschen Bank führten mit einem kleinen Plus zeitweise die kurze Gewinnerliste im Dax an; am Ende lag die Aktie mit 0,3 Prozent im Minus. Der europäische Stoxx-Branchenindex legte zu. Zu den größten Gewinnern zählten die griechische Alpha Bank, die portugiesische Espirito Santo und die spanische Bankinter. „Vor allem der Ausbau des Rettungsschirms wird am Markt positiv gesehen“, sagte ein Händler.

Die US-Aktienmärkte gingen wegen der Sorgen über die katastrophale Lage in Japan am Montag mit Verlusten in den Handel. Experten fürchten größere Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. „Das Erdbeben könnte weltwirtschaftlich große Folgen haben“, sagte Andre Bakhos von Lek Securities. „Wenn man Japan schließt, dann könnte das zu einer globalen Rezession führen“, sagte der Experte. Zu den Werten, die wegen der Ereignisse in Japan im Fokus standen, zählten General Electric. Der Mischkonzern kooperiert im Atombereich mit dem japanischen Unternehmen Hitachi. GE-Aktien gaben 4,8 Prozent nach. Auch die in den USA gehandelten Papiere japanischer Unternehmen gaben nach. Zu den Gewinnern zählten dagegen die Titel des US-Chemiespezialisten Lubrizol. Grund: Der US-Starinvestor Warren Buffett übernimmt das Unternehmen für neun Milliarden Dollar. Der Zukauf ist einer der größten in der Geschichte seiner Investmentfirma Berkshire Hathaway.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,98 (Freitag: 2,91) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,29 Prozent auf 121,82 Punkte. Der Bund Future verlor 0,20 Prozent auf 122,11 Punkte. Der Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3948 (Freitag: 1,3773) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7169 (0,7261) Euro. Tsp

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