So war der Tag : Ohne Orientierung

Konjunktursorgen in den USA und Europa und die andauernde Debatte um die Schuldenkrise in der EU haben die europäischen Börsen auch zum Wochenschluss auf Talfahrt geschickt. Auch die mit Spannung erwartete Rede des US-Notenbankchefs Ben Bernanke drückte am Freitagnachmittag auf die Stimmung.

Die Unsicherheit über die Zukunft der weltweit größten Volkswirtschaft USA setzte dem deutschen Leitindex Dax im Tagesverlauf kräftig zu. Nach einem kurzen Plus zum Auftakt sackte er immer weiter ab und büßte am Nachmittag zwischenzeitlich 3,1 Prozent ein. Am Ende hielt sich der Verlust – bei 5537 Punkten und einem Minus von 0,8 Prozent – allerdings in Grenzen. Insgesamt betrug der Wochengewinn lediglich ein Prozent. Der M-Dax verlor am Freitag 0,9 Prozent auf 8628 Punkte. Der Tec-Dax sank um 0,3 Prozent auf 715 Punkte. Der Markt habe offenbar auf konkrete Aussagen zu Hilfen für die schwächelnde US-Konjunktur gehofft, sagte Volkswirt Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus. An der Wall Street drehte der US-Standardwerteindex Dow Jones nach einem Einbruch ins Plus.

Besonders schwach zeigten sich am Freitag die Finanzwerte. Commerzbank-Titel sackten um 2,7 Prozent ab und die Aktien der Deutschen Bank büßten 2,9 Prozent ein. Stärkste Werte von allen 30 Dax-Aktien waren K+S (plus 1,9 Prozent) und Fresenius Medical Care (plus 1,7 Prozent). Der größte Lichtblick am deutschen Aktienmarkt waren aber die im M-Dax notierten Papiere von Gildemeister mit einem Aufschlag von 6,5 Prozent. Der Werkzeugmaschinenbauer hatte am Vorabend den Start eines Aktienrückkaufpakets angekündigt.

Angesichts der Unsicherheit herrschte am Freitag Flaute am Derivatemarkt. „Es gibt wenig Umsatz“, sagte Euwax- Händler Joachim Radon. „Die meisten Anleger halten sich zurück, weil sie keine klare Vorstellung davon haben, wie die Achterbahnfahrt an der Börse weitergehen könnte.“ Das wenige Geschäft beschränkte sich Händlern zufolge weitestgehend auf Dax-Optionsscheine. Der Dax-Kursrutsch von bis zu vier Prozent am Donnerstagnachmittag steckte vielen Anlegern offenbar noch in den Knochen. Diverse Gerüchte – etwa zu einem generellen Verbot von Leerverkäufen – hatten die Talfahrt des Leitindex beschleunigt. „Es gab am Donnerstag große Verkäufe auf den Dax-Future, wodurch die Verkaufswellen verstärkt wurden“, sagte ein Händler.

Am deutschen Rentenmarkt kletterte die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,94 (Vortag: 1,99) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,17 Punkte auf 129,00 Punkte. Der Bund Future legte 0,49 Prozent auf 135,50 Punkte zu. Der Kurs des Euro ist gefallen.Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,4330 Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,4402 (1,4424) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,6944 (0,6933) Euro. Tsp

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