So war der Tag : Optimisten kaufen Aktien

Gerüchte über eine baldige Einigung auf einen Schuldenschnitt für Griechenland sowie überraschend gut ausgefallene Konjunkturdaten aus China haben den Anlegern an den europäischen Aktienmärkten am Mittwoch einen neuen Grund für Käufe geliefert.

Der Dax legte bis zum Handelsschluss um 2,4 Prozent auf 6616 Punkte zu. Im Januar war er bereits um 9,5 Prozent gestiegen. Der M-Dax kletterte um 2,1 Prozent auf 10 128 Punkte, der Tec-Dax um 1,6 Prozent auf 755 Punkte. Auch die Börsen in Mailand, Paris oder London notierten deutlich im Plus. Die US-Börsen eröffneten freundlich.

Chinas Industrie ist unerwartet gut ins Jahr gestartet. Der Einkaufsmanagerindex legte um 0,2 auf 50,5 Punkte zu – Experten hatten mit einem Rückgang auf 49,5 Punkte gerechnet. Eine harte Landung der chinesischen Wirtschaft sei noch nicht in Sicht, hieß es in einem Kommentar der NordLB. Gleichwohl dürfte die Wirtschaftsaktivität der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft im ersten Halbjahr 2012 weiter an Dynamik verlieren.

Die Unsicherheit über den Ausgang der Euro-Krise blendeten die Investoren am Mittwoch weitgehend aus. Unklar ist zwar noch immer, wie die Verhandlungen über einen Schuldenschnitt für Griechenland ausgehen. Die Gespräche zwischen den privaten Gläubigern und Griechenland über einen Forderungsverzicht dauern bereits seit Monaten an. Dem griechischen Finanzminister Evangelos Venizelos zufolge ist das Land nur noch „einen Schritt entfernt“ von einer Lösung mit seinen Gläubigern. Für Erleichterung sorgte am Aktienmarkt zudem, dass sich die Lage am Rentenmarkt für die schuldengeplagten südeuropäischen Länder zusehends entspannt. Portugal konnte am Mittwoch problemlos frisches Geld einsammeln. Die Renditen für viele Anleihen der südlichen Euro-Länder gingen zurück.

Unter den Einzelwerten stach am deutschen Aktienmarkt vor allem die Kursentwicklung bei Infineon ins Auge. Die Aktien des Münchner Halbleiter-Herstellers kletterten an die Dax-Spitze und markierten mit einem Plus von 5,6 Prozent auf einem Sechs-Monats-Hoch. Die Anteilsscheine der Deutschen Börse legten um 1,1 Prozent unterdurchschnittlich zu, nachdem die EU-Kommission der Fusion mit dem US-Börsenbetreiber Nyse Euronext endgültig eine Absage erteilt hatte. „Jetzt beginnt die Suche nach einem Konzept von Neuem“, sagte ein Börsianer. Die Deutsche Börse sei aber sehr gut aufgestellt.

Am Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere am Mittwoch bei 1,50 Prozent. Der Rentenindex Rex legte knapp um 0,10 Prozent auf 131,50 Punkte zu. Der Bund-Future gab um 0,10 Prozent auf 139,58 Punkte nach. Der Kurs des Euro trat auf der Stelle: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3175 (Dienstag: 1,3176) Dollar fest. Der Dollar kostete damit weiterhin 0,7590 Euro. Tsp

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