So war der Tag : „Ordentlich verschnupft“

Mehrere schwache US-Konjunkturdaten haben den Dax am Donnerstag ins Minus gezogen. Der deutsche Leitindex schloss mit einem Minus von knapp einem Prozent bei 6149 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich noch auf 6248 Punkte gestiegen war. Der M-Dax der mittelgroßen Werte verlor gut ein Prozent auf 8283 Punkte, der Tec-Dax sank um 1,2 Prozent auf 783 Zähler.

In den USA hatten sich das Geschäftsklima in der Region Philadelphia sowie die Geschäftsaussichten des verarbeitenden Gewerbes im Bundesstaat New York überraschend deutlich verschlechtert. „Die Sorgen, dass sich eine recht deutliche Abkühlung der US-Konjunktur anbahnt, werden größer“, sagte ein Analyst. „Darauf reagiert der Aktienmarkt ordentlich verschnupft.“ Marktanalyst Patrick Pflüger von IG Markets kommentierte: „Die konjunkturelle Verunsicherung ist nach diesen Zahlen schlichtweg unübersehbar.“ Zudem war das Börsendebüt der Agricultural Bank of China enttäuschend verlaufen. Dagegen verblassten die deutlich gestiegenen Quartalsergebnisse der US-Bank JPMorgan sowie die klarer als erwartet gesunkene Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA.

Vergleichsweise gut entwickelten sich die defensiven Aktien des Pharmaunternehmens Merck KGaA, die um 0,2 Prozent auf 64,05 Euro stiegen. Bayer schlug sich mit einem Verlust von 0,7 Prozent auf 46,85 Euro zumindest noch etwas besser als der Markt. Zu mehr konnte auch eine positive Branchenstudie der Investmentbank Goldman Sachs nicht verhelfen. Für Rückenwind hatte zunächst gesorgt, dass der Schweizer Konkurrent Novartis im zweiten Quartal sein operatives Ergebnis um ein Viertel gesteigert und die Umsatzprognose für das Gesamtjahr angehoben hatte. Des Weiteren war in Japan ein Antipilzmittel von Bayer für den Reisanbau zugelassen worden. Im Stahlsektor führten die Sorgen um die Konjunktur zu deutlichen Abschlägen. So gaben die Aktien von Thyssen-Krupp um 1,7 Prozent auf 21,79 Euro nach. Im Index mittelgroßer Werte sackten Salzgitter-Titel sowie Papiere von Klöckner & Co um 1,5 und 2,4 Prozent ab. Autotitel zeigten sich uneinheitlich. Während die Vorzugsaktien von Volkswagen mit einem Minus von 1,9 Prozent auf 75,82 Euro im unteren Dax-Drittel lagen, setzten sich die Papiere von BMW mit plus 1,7 Prozent auf 42,26 Euro an die Spitze. BMW-Aktien kam eine für den Autobauer positiv ausgefallene Branchenstudie der Citigroup zugute. Daimler-Aktien verloren 0,6 Prozent auf 43,27 Euro.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,28 (Vortag: 2,25) Prozent. Der Rentenindex Rex legte um 0,02 Prozent auf 126,63 Punkte zu. Der Bund Future gewann 0,05 Prozent auf 128,78 Punkte. Der Referenzkurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank setzte ihn auf 1,2703 (1,2569) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7872 (0,7956) Euro. Tsp

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