So war der Tag : Ratingagentur stoppt den Dax

Der Rundumschlag der Ratingagentur Standard & Poor’s gegen die Euro-Zone hat die Rallye des Deutschen Aktienindex (Dax) am Dienstag zunächst gestoppt. Bis zum Handelsschluss verlor der deutsche Leitindex 1,3 Prozent auf 6028 Punkte. Von seinem Tagestief bei 6005 Punkten konnte er sich jedoch etwas absetzen. Der M-Dax fiel um 1,1 Prozent auf 8944 Punkte und der Tec-Dax sank um 1,2 Prozent auf 693 Punkte.

„Die Warnung von S&P hat den Markt zwar nicht in Panik versetzt, da die Probleme ziemlich offensichtlich sind“, sagte Händlerin Anita Paluch von Gekko Global Markets. „Die Stimmung ist aber eingetrübt.“ Vor allem die Politik stehe jetzt mit Blick auf den EU-Gipfel Ende der Woche unter Handlungsdruck. Nachdem zahlreiche Treffen in der jüngsten Vergangenheit ohne nennenswerte Lösungsansätze geblieben seien, müssten den am Montag von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy propagierten Änderungen der Euro-Spielregeln endlich konkrete Taten folgen.

Neben dem Absturz der RWE-Aktien (siehe oben) stand der dramatische Kursverlust der Metro-Papiere (minus 13,9 Prozent) nach einer Gewinnwarnung im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Zweitstärkster Wert im Dax war hinter Merck (plus 0,8 Prozent) die Aktie von SAP (plus 0,4 Prozent), die am Vortag wegen der bevorstehenden Übernahme in den USA kräftig verloren hatte.

Mit Blick auf das kommende Jahr geht die Dekabank, der Fondsdienstleister der Sparkassen, von einem leichten Anstieg des Dax aus. Auf Sicht von drei Monaten werde das deutsche Börsenbarometer mit 5800 Punkten einen Rückschlag erleiden, in einem Jahr erwartet Chefvolkswirt Ulrich Kater den Dax aber wieder bei 6500 Punkten. Für den europäischen Blue-Chip-Index Euro-Stoxx50 geht er bis zum Februar von einer Stagnation bei 2330 Punkten aus, bis November 2012 habe er aber Aussichten auf 2600 Zähler (aktuell: 2362 Punkte).

Grundsätzlich hält Kater Aktien Anleihen für überlegen. Grund sei die Dividendenrendite, während Inflation und Steuern die Anleihe-Renditen in der gegenwärtigen Niedrig-Zinsphase auffräßen. „Das so investierte Vermögen wird also schleichend entwertet.“ Leitzinserhöhungen seien in der Euro-Zone in den nächsten drei Jahren nicht mehr zu erwarten. „Von der EZB können wir uns bis 2014 nichts anderes vorstellen als eine (Fast-)Null- Zins-Politik“, sagte der Chefvolkswirt.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,81 (Vortag: 1,78) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,18 Prozent auf 129,54 Punkte. Der Bund Future sank um 0,13 Prozent auf 134,65 Punkte. Der Kurs des Euro ist gefallen: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3394 (Montag: 1,3442) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7466 (0,7439) Euro. Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben