So war der Tag : Schäuble stoppt den Dax

Aussagen von Finanzminister Wolfgang Schäuble haben den Erholungsversuch des Dax am Freitag gestoppt. Nach einem zunächst freundlichen Verlauf rutschte der deutsche Leitindex in die Verlustzone ab. Er schloss 0,2 Prozent schwächer bei 7459 Punkten und damit erneut auf einem Jahrestief. Von mehreren Händlern hieß es, positive Aussagen aus China seien ignoriert worden, nachdem sich Schäuble in der „Wirtschaftswoche“ für eine Reduzierung der Liquidität in der Eurozone ausgesprochen habe. Schäuble hatte der Wirtschaftszeitschrift gesagt: „Wenn die EZB versucht, Spielräume auszunutzen, um die große Liquidität ein wenig zu verringern, kann ich das nur begrüßen.“ Auf Wochensicht büßte der Dax 3,7 Prozent ein. Zudem bedeutete der sechste schwache Handelstag in Folge die längste Verluststrecke für den Index seit November 2011 – damals hatte er wegen der Euro-Schuldenkrise eine neuntägige Minusserie hingelegt.

Der M-Dax hingegen stieg am Freitag um 0,4 Prozent auf 13 019 Punkte, während der Tec-Dax um 1,1 Prozent auf 906 Punkte zulegte. Der EuroStoxx 50 schloss 0,8 Prozent höher bei 2575 Punkten. Für die nationalen Indizes in Paris und London ging es am Freitag ebenfalls bergauf. In New York stand der Dow Jones zum europäischen Börsenschluss knapp im Minus.

SAP-Titel sackten nach schwächer als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen des Softwareherstellers um drei Prozent ab.

Für die Papiere der Commerzbank ging es um 2,2 Prozent bergab. Als anhaltende Belastung machten Börsianer die kommende Kapitalerhöhung aus. Dagegen sprang Lanxess mit plus 2,2 Prozent an die Dax-Spitze. Dass HeidelbergCement den russischen Konkurrenten CJSC vollständig übernimmt, ließ das Plus abbröckeln: Die Aktien der Baustoffkonzerns behaupteten lediglich einen Kursgewinn von 0,3 Prozent.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 1,03 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,02 Prozent auf 135,69 Punkte. Der Bund Future verlor 0,12 Prozent auf 146,04 Punkte. Der Euro notierte bei 1,3067 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3115 (Donnerstag: 1,3045) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,7625 (0,7666) Euro gekostet.Tsp

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