So war der Tag : Schlechte Stimmung

Enttäuschende Daten vom US-Arbeitsmarkt haben den Dax am Freitag ins Minus gedrückt. Der Leitindex fiel bis zum Abend um 0,9 Prozent auf 7406 Punkte, nachdem er kurz vor Veröffentlichung der Arbeitsmarktstatistik noch über die Marke von 7500 Punkten geklettert war. Für den M-Dax der mittelgroßen Werte ging es um 1,2 Prozent auf 11 048 Punkte nach unten. Der technologieorientierte Tec-Dax lag ebenfalls mit 1,2 Prozent im Minus bei 899 Punkten, wobei sich unter anderem Solarwerte schwach entwickelten.

Schlechte Nachrichten kamen aus den USA: Der US-Arbeitsmarkt kommt im Sommer nicht in Gang und schürt die Furcht vor einer erneuten Rezession. Die Lage am Jobmarkt besserte sich im Juni wider Erwarten kaum, die Arbeitslosenquote stieg sogar völlig überraschend an. Außerhalb der Landwirtschaft wurden unter dem Strich insgesamt nur 18 000 Stellen geschaffen, wie das Arbeitsministerium am Freitag mitteilte. Dies ist der schwächste Jobaufbau seit neun Monaten.

Diese Meldung habe auf die Stimmung gedrückt, nachdem am Donnerstag noch gemeldet worden war, dass die Beschäftigung im Privatsektor unerwartet stark zugelegt hatte, meinte Marktstratege Frank Geilfuß vom Berliner Bankhaus Löbbecke. „Die Zahlen unterstreichen, dass sich die US-Wirtschaft derzeit in einer Wachstumsdelle befindet“, schrieben die Experten der Landesbank Hessen-Thüringen.

Unter den Einzelwerten sackten die im M-Dax notierten Titel von Vossloh nach einer Gewinnwarnung bis zum Abend um 9,2 Prozent ab und waren damit das klare Schlusslicht im Index. Der Verkehrstechnikkonzern hatte wegen Problemen im Auslandsgeschäft seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr deutlich gesenkt. Das Unternehmen machte dafür vor allem verzögerte Auslieferungen in China verantwortlich, wohin Vossloh Teile für Hochgeschwindigkeitsstrecken liefert.

Am Dax-Ende verloren die Aktien von RWE wegen erneuter Ängste vor einer Kapitalerhöhung vier Prozent. Um die Bonitätseinstufung bei den Ratingagenturen nicht zu gefährden, werde mit dem Aufsichtsrat unter anderem über eine derartige Maßnahme beraten, sagte Konzernchef Jürgen Großmann bei der jüngsten Sitzung des RWE-Beirats. Zu den wenigen Gewinnern im Dax zählten die Aktien der Deutschen Börse. Schon am Donnerstag hatten sie davon profitiert, dass die Aktionäre des Konkurrenten NYSE Euronext die Fusion beider Börsenbetreiber billigten.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,70 (Donnerstag: 2,72) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,23 Prozent auf 124,36 Punkte. Der Bund Future lag mit 0,94 Prozent im Plus bei 127,14 Punkten. Der Euro sank. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,4242 (1,4247) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7022 (0,7019) Euro. Tsp

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