So war der Tag : Schlechtes Klima

Eine Fülle negativer Nachrichten aus den hoch verschuldeten Eurozonen-Staaten sowie schwache US-Daten haben den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch kräftig ins Minus gedrückt. Der Dax beschleunigte in der letzten Handelsstunde seine Talfahrt und beendete den Handel mit einem Minus von 1,8 Prozent bei 6281 Punkten. Der M-Dax gab um zwei Prozent auf 10 209 Punkte nach, der Tec-Dax verlor 1,8 Prozent auf 751 Punkte.

„Die Euro-Krise hat die Märkte wieder voll im Griff“, sagte Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank. Spanien habe massive Probleme, was sich daran zeige, dass das Land seine Einsparziele vor 2014 nicht in den Griff bekomme. „Fundamentale Faktoren werden derzeit am Markt komplett ausgeblendet“, so Halver.

Belastend wirkten zudem neue Wahlumfragen in Griechenland, die das reformfeindliche Linksbündnis Syriza vor der konservativen Nea Dimokratia (ND) sehen, sowie deutlich schwächer als erwartet ausgefallene Daten vom US-Häusermarkt. Angesichts dieser negativen Gemengelage gerät der Euro immer stärker ins Kreuzfeuer: Die Gemeinschaftswährung sackte am Nachmittag unter die Marke von 1,24 US-Dollar. An den Anleihenmärkten steigt der Druck auf Italien und Spanien.

Stahlwerte präsentierten sich besonders schwach und litten unter den insgesamt gedämpften Konjunkturperspektiven. ThyssenKrupp rutschten ans Dax-Ende mit minus 3,3 Prozent, Klöckner & Co verloren als zweitschwächster M-Dax-Wert 5,1 Prozent. Die am Vortag noch sehr gefragten Autowerte zählten ebenfalls zu den größten Verlierern.

Als klarer Spitzenreiter und einziger Gewinner im Dax stiegen die Papiere der Metro um 1,3 Prozent. Der Handelskonzern verkauft die britische Großhandelsgesellschaft Makro an die Booker Group. Börsianer sahen die Transaktion angesichts des geringen Volumens weniger als Kurstreiber denn als Anlass, bei der zuletzt abgestraften Aktie einzusteigen.

Die Aktien des Halbleiter-Zulieferers Süss Microtec büßten im Tec–Dax-Wert 3,1 Prozent ein. Als Grund sahen Händler die Nachricht, dass Finanzvorstand Michael Knopp gut ein Drittel seiner Aktien verkauft hat.

Auch die Leitbörsen in London und Paris verbuchten klare Kursabschläge. In New York stand der Dow Jones Industrial zum Zeitpunkt des Handelsschlusses in Europa ebenfalls deutlich im Minus.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,09 Prozent am Dienstag auf 1,04 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,40 Prozent auf 134,78 Punkte. Der Bund-Future kletterte mit plus 0,93 Prozent auf ein Rekordhoch von 145,35 Punkten. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,2438 (Dienstag: 1,2523) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8040 (0,7985) Euro. Tsp

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