So war der Tag : Schnäppchenjäger schlagen zu

Nach den jüngsten Kursabschlägen haben Schnäppchenjäger den Aktienmärkten in Europa und den USA am Donnerstag etwas Halt gegeben. Die Stimmung blieb aber insgesamt mau, nachdem das Treffen der EU- Staats- und Regierungschefs am Vorabend keine erkennbaren Fortschritte zur Lösung der Schuldenkrise erkennen ließ. Der Dax schloss bei niedrigen Umsätzen 0,5 Prozent im Plus bei 6315 Punkten, nachdem er am Mittwoch um 2,3 Prozent in die Knie gegangen war. Spekulationen um einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone hatten zu den Kursverlusten geführt. Der M-Dax lag am Donnerstag zum Handelsschluss mit minimalen 0,03 Prozent im Plus bei 10 231Punkten, während der Tec-Dax um 0,1 Prozent auf 751 Punkte stieg.

„Wir sehen lediglich eine Gegenbewegung auf den Absturz von heute Morgen“, sagte Chefhändler Matthias Jasper von der WGZ Bank im Hinblick auf die Gewinne beim Dax. Nach dem Kurseinbruch vom Vortag hatten enttäuschende Geschäftsklimadaten aus Deutschland und Frankreich den Markt zeitweise noch einmal deutlich ins Minus gedrückt. Leicht stützend für den Dax wirkten sich am Nachmittag dann aber noch frische Konjunkturdaten aus den USA aus: Größere Überraschungen waren aber sowohl bei den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe als auch bei den Aufträgen langlebiger Güter ausgeblieben.

Mit einem Minus von 0,8 Prozent reagierten die Bayer-Titel negativ auf einen Rückschlag mit dem Medikament Xarelto. Die vorderen Ränge im Dax nahmen dagegen die Aktien aus dem Versorgersektor ein. Eon-Anteile stiegen um 2,1 Prozent. Händler verwiesen auf die europaweite Erholung der Branchenwerte nach ihrer neuerlichen Talfahrt der vergangenen Wochen. Die Papiere von RWE kletterten um 2,2 Prozent.

Zu den besten Werten im M-Dax gehörten die Aktien von Salzgitter, die um 1,8 Prozent stiegen. Die UBS hatte die Papiere des Stahlherstellers zum Kauf empfohlen. Zwar sei auch Salzgitter vor sinkenden Stahlmargen nicht gefeit, doch der Markt übersehe die Kehrtwende in der Technologie-Sparte, hieß es. An der Tec-Dax-Spitze kletterten die Xing-Papiere nach einer Empfehlung der Privatbank Berenberg um drei Prozent. Vom dritten Quartal an sollten sich die Investitionen des Netzwerks in Produkterweiterungen, Absatz und Marketing auszahlen, meinte Analystin Sarah Simon.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,16 Prozent am Vortag auf 1,08 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,23 Prozent auf 134,17 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,08 Prozent auf 144,02 Punkte zu. Der Kurs des Euro stabilisierte sich nach dem Kurseinbruch der vergangenen Tage etwas und notierte zuletzt bei 1,2585 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,2557 (Mittwoch: 1,2659) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7964 (0,7899) Euro. Tsp

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