So war der Tag : Schwacher Freitag

Die Sorgen um neue Querelen wegen des griechischen Sparpakets haben den Dax am Freitag deutlich absacken lassen. Der deutsche Leitindex weitete seine Verluste im Verlauf des Tages aus und schloss 1,4 Prozent tiefer bei 6692 Punkten. Damit steuerte er auch auf ein Wochenminus von mehr als anderthalb Prozent zu, womit die vorangegangene Rekordserie von sieben Gewinnwochen zu Ende ging. Für den M-Dax der Nebenwerte ging es um ein Prozent auf 10 249 Punkte nach unten. Der Technologieindex Tec-Dax sank dank der Solarwerte nur um 0,4 Prozent auf 769 Punkte.

Marktexperten verwiesen darauf, dass die rechtsgerichtete Laos-Partei bei einer Abstimmung im Parlament nicht für das mit der Troika beschlossene Sparpaket stimmen will. Sie ist die kleinste der drei Regierungsparteien. Die beiden anderen – die sozialistische Pasok und die konservative Nea Dimokratia – haben auch ohne Laos eine große Mehrheit. Allerdings gibt es wohl vor allem auch in der Pasok eine Reihe möglicher Abweichler. „Es wird Zeit für eine Einigung mit Griechenland“, sagte Aktienstratege Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co. Wenn diese große Unsicherheitskomponente endlich raus sei, könnte der Dax auch die 7000-Punkte-Marke nehmen.

Am Anleihemarkt trennten sich Investoren von Papieren anderer Schuldenstaaten wie Italien oder Spanien und kauften Bundesanleihen. Die schwindende Aussicht auf eine Griechenland-Lösung belastete auch den Euro. Er kostete am Abend mit 1,3183 Dollar einen US-Cent weniger als zum New Yorker Vortagsschluss.

Bei den Bankenaktien sorgten die Griechenland-Nachrichten für deutliche Verluste. Die Titel der Commerzbank büßten am Dax-Ende 5,2 Prozent ein. Für die Papiere der Deutschen Bank ging es um vier Prozent bergab.

Im M-Dax verloren die Fraport-Aktien nach wenig inspirierenden Verkehrszahlen des Flughafenbetreibers 0,3 Prozent. Die Anteilsscheine von Rhön-Klinikum sanken infolge eines enttäuschenden Ausblicks um drei Prozent. Die Aktien des Bezahlsenders Sky Deutschland legten indes nach einer positiv aufgenommenen Kapitalerhöhung an der M-Dax-Spitze um 5,3 Prozent zu.

Im Tec-Dax profitierten die Solarwerte von starken Branchenvorgaben aus den USA. SMA-Solar-Aktien gehörten sich mit einem Plus von 4,3 Prozent zu den größten Gewinnern. Dort hatten laut Händlern Spekulationen auf eine steigende chinesische Nachfrage für Solarkollektoren eine Kursrally bei den börsennotierten Solarunternehmen ausgelöst.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,64 (Vortag: 1,63) Prozent. Der Rex verharrte bei 130,52 Punkten. Der Bund-Future stieg um 0,90 Prozent auf 138,33 Punkte. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs des Euro auf 1,3189 (1,3288) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7582 (0,7526) Euro. Tsp

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