So war der Tag : Schwacher Start

Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag mit deutlichen Verlusten in die neue Woche gestartet. Angesichts des EU-Gipfels in Brüssel verloren Anleger den Mut der vergangenen Tage und so fiel der Dax bis zum Handelsschluss um ein Prozent auf 6444 Punkte. Der M-Dax büßte sogar 1,7 Prozent auf 9773 Punkte ein, und der Tec-Dax gab um 0,9 Prozent auf 737 Punkte nach. Eine zufriedenstellend verlaufene Auktion italienischer Staatsanleihen konnte am Mittag nur kurzzeitig ein wenig den Druck von den Märkten nehmen. In der vergangenen Woche waren die Renditen der zehnjährigen italienischen Papiere erstmals seit eineinhalb Monaten wieder unter sechs Prozent gefallen.

„Zum Start in die neue Woche sieht die Stimmung nicht mehr ganz so rosig aus wie zuletzt“, sagte Händlerin Anita Paluch von Gekko Global Markets. Wegen der ungelösten Frage nach einem Schuldenschnitt in Griechenland und dem am Abend beginnenden EU-Gipfel sei dies aber auch nicht verwunderlich: „Die EU-Politiker müssen nun glaubhafte, schnell und effizient umsetzbare Lösungen präsentieren.“ Neben dem ständigen Rettungsfonds ESM ist der Fiskalpakt ein Kernpunkt der Beratungen. Auch am Anleihemarkt stieg die Anspannung, wie steigende Risikoaufschläge für Staatspapiere finanzschwacher Euro-Länder zeigten.

Zu den schwächsten Aktien gehörten am Montag die zuletzt besonders gefragten Finanzwerte: Aktien der Deutschen Bank etwa fielen nach einem Bericht über drohende Ermittlungen der US-Börsenaufsicht SEC um bis zu fünf Prozent. Commerzbank-Titel rutschten um vier Prozent ab. Im M-Dax fielen die Aktien von Klöckner & Co um 7,3 Prozent. Der Stahlhändler sieht in der aktuell steigenden Nachfrage nur ein kurzes Zwischenhoch und richtet sich für 2012 auf einen Rückgang ein. Weitere Branchenwerte litten mit darunter: Thyssen-Krupp-Papiere büßten als eines der Schlusslichter im Dax 3,6 Prozent ein, und aus dem M-Dax verloren Salzgitter-Anteilsscheine 5,1 Prozent.

Gegen den Negativtrend im Dax konnten sich RWE stemmen: Nach einer Hochstufung durch Morgan Stanley notierten die Papiere des Versorgers in der kleinen Gewinnergruppe mit einem Plus von 1,2 Prozent. Der geplante Verkauf von ertragsschwachen Unternehmensteilen verringere die Schuldenlast und verbessere die Gewinnaussichten, schrieb Analyst Bobby Chada in einem Kommentar. Er habe seine Prognose für das Ergebnis je Aktie 2013 um 28 Prozent angehoben.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,49 Prozent (Freitag: 1,54 Prozent). Der Rentenindex Rex stieg um 0,19 Prozent auf 131,49 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,31 Prozent auf 139,12 Punkte. Der Kurs des Euro gab nach: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3110 (Freitag: 1,3145) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7628 (0,7607) Euro. Tsp

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