So war der Tag : Schwankende Kurse

Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag dank einer positiven Grundstimmung den dritten Tag in Folge Gewinne verbucht. Der Markt geriet im Handelsverlauf allerdings unter Druck, weil aus den USA durchwachsene Konjunkturdaten kamen. Der Dax lag zum Handelsschluss 0,2 Prozent im Plus bei 5946 Punkten. Der M-Dax stieg um 0,1 Prozent auf 7959 Punkte, der Tec-Dax gewann 0,1 Prozent auf 742 Punkte. Insgesamt lief der Handel zum Wochenausklang ruhiger als in den Tagen zuvor. Analyst Heino Ruland von Ruland Research erklärte das damit, dass am Montag in den USA und in Großbritannien die Börsen wegen Feiertagen geschlossen bleiben. Viele Börsianer würden zunächst einmal abwarten, wie es in der kommenden Woche weitergehe.

Das Konsumklima in den USA hat sich unterdessen im Mai leicht verbessert. Der entsprechende Index der Universität von Michigan stieg im Rahmen der Analystenerwartungen. An den tatsächlichen Konsumausgaben lässt sich dieser Trend aber noch nicht ablesen: Nach Angaben des Handelsministeriums stagnierten die Ausgaben der US-Bürger im April im Vergleich zum Vormonat. Analysten hatten hingegen mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet, nachdem der Konsum im März noch um 0,6 Prozent zugelegt hatte. Marktteilnehmer ernüchterten diese Zahlen, weil der private Konsum in der weltgrößten Volkswirtschaft mehr als zwei Drittel des Bruttoinlandsprodukts ausmacht.

Einer der Gewinner im Dax waren die Papiere des Nutzfahrzeug- und Motorenherstellers MAN mit einem Plus von 0,7 Prozent. Finanzvorstand Frank Lutz hatte in einem Interview gesagt, dass MAN in diesem Jahr etwa 50 000 Lastwagen und damit rund 25 Prozent mehr als im Vorjahr verkaufen wolle. Zu den stärksten Werten zählten auch die Aktien von Daimler mit plus 0,9 Prozent. Der Autobauer hatte die Wachstumsziele seiner Autosparte präzisiert. Schwach entwickelten sich dagegen die Titel von Salzgitter. Sie verloren gegen den Trend 1,9 Prozent. Die Deutsche Bank hatte das Kursziel der Titel deutlich gesenkt.

Aktienstrategen hoffen in der kommenden Woche auf positive Impulse durch neue Konjunkturdaten, befürchten aber, dass die anhaltende Debatte über die Regulierung der Finanzmärkte neues Misstrauen bei den Investoren wecken könnte. Einig sind sich die Experten immerhin darüber, dass die Kurse weiterhin stark schwanken dürften.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,25 (Vortag: 2,21) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,19 Prozent auf 127,32 Punkte. Der Bund Future legte um 0,10 Prozent auf 128,46 Punkte zu. Auch der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2384 (Donnerstag: 1,2255) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8075 (0,8160) Euro. Tsp

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