So war der Tag : Software-Aktien gefragt

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Nach dem Kursrutsch der vergangenen zwei Handelstage hat der Dax am Dienstag keine klare Richtung gefunden. Positiven Daten aus China stand die Euro-Schuldenkrise als das weiter alles beherrschende Thema gegenüber. Der Leitindex pendelte um seinen Vortagsschluss und notierte zum Handelsschluss 0,5 Prozent schwächer bei 6390 Punkten – am Freitag und Montag war der Index insgesamt um gut fünf Prozent abgerutscht. Der M-Dax gewann 0,3 Prozent auf 10 455 Punkte, für den Tec-Dax ging es um 0,5 Prozent auf 748 Punkte hoch.

Der Euro schwankte in Sichtweite seines jüngsten Zweijahrestiefs um die Marke von 1,21 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2089 (Montag: 1,2105) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8272 (0,8261) Euro.

In der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hatte sich die Stimmung der Einkaufsmanager in der Industrie im Juli verbessert und den höchsten Wert seit fünf Monaten erreicht. Übermäßiger Optimismus erscheint allerdings fehl am Platz: So trübte sich in der Eurozone die Stimmung der Einkaufsmanager-Indizes weiter ein. Und am späten Montagabend hatte die Ratingagentur Moody's den Ausblick für Deutschland, die Niederlande und Luxemburg auf negativ gesetzt und die Euro-Schuldenkrise damit um ein Kapitel erweitert.

„Die Krise hat einen neuen Schweregrad erreicht“, kommentierte Expertin Viola Julien von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) die aktuelle Lage. Am Markt gebe es die Sorge, dass Spanien entgegen allen Beteuerungen seiner Regierung doch noch den kompletten Rettungsschirm in Anspruch nehmen müsse. Eine Geldmarktauktion zeigte erneut, dass die kurzfristige Geldaufnahme für das Land immer teurer wird.

Derweil nahm die Berichtssaison deutlich Fahrt auf: Mit SAP und Software AG rückten zunächst Technologiewerte in den Fokus. Die SAP-Titel legten nach endgültigen Zahlen um 3,5 Prozent zu, was für die Führungsposition im Dax reichte. Auch auf Basis der aktuellen Marktkapitalisierung führt SAP nun die Rangliste im Leitindex an. Dagegen büßten Thyssen-Krupp und Deutsche Post nach enttäuschenden Zahlen ausländischer Konkurrenten an Wert ein – um 1,7 Prozent beziehungsweise 1,3 Prozent. Ansonsten spielte die Musik vor allem im Tec-Dax. Dort schnellten die Aktien von SAP-Konkurrent Software AG, die tags zuvor noch unter dem Weggang eines weiteren Managers gelitten hatten, um elf Prozent hoch. Deutschlands zweitgrößter Softwarehersteller setzte im zweiten Quartal dank der starken Lizenzerlöse deutlich mehr um als von Experten erwartet.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere von 0,94 Prozent am Vortag auf 1,04 Prozent. Der Rentenindex Rex sank hingegen um 0,64 Prozent auf 134,87 Punkte. Der Bund Future verlor 0,52 Prozent auf 144,84 Punkte. Tsp

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