So war der Tag : Späte Erholung

Schwache US-Arbeitsmarktzahlen haben am Freitag dem deutschen Aktienmarkt einen neuen Dämpfer versetzt. Die Stimmung hellte sich am Nachmittag allerdings wieder auf, nachdem die EU, der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Europäische Zentralbank (EZB) Griechenland ein positives Zeugnis über die Sparpolitik ausstellten.

Der Dax lag zum Handelsschluss 0,5 Prozent höher als am Vortag bei 7109 Punkten. Der M-Dax notierte unverändert bei 10 682 Punkten. Der Tec-Dax stagnierte ebenfalls auf dem Vortagesniveau bei 901 Punkten.

Die Beschäftigungszahlen aus den USA unterstrichen die Sorgen der Anleger um die Entwicklung der US-Wirtschaft. „Die schwachen Daten haben die Serie jüngster Enttäuschungen aus den USA fortgesetzt“, sagte Christoph Schmidt vom Vermögensverwalter N.M.F. AG. Die Beschäftigung war im Mai deutlich schwächer gestiegen als erwartet.

Die angekündigte Verschärfung des Sparkurses der griechischen Regierung kam am Markt positiv an. „Für mich bleibt es dabei: Griechenland wird nicht in die Pleite entlassen“, brachte ein Börsianer die Marktstimmung auf den Punkt. Die Risikoaufschläge (Spreads) für griechische Staatsanleihen gingen am Freitag zurück, und auch die Kreditausfall-Versicherungen Credit Default Swaps verbilligten sich.

Zu den größten Verlierern im Dax gehörten die Versorgeraktien, denen keine nachhaltige Stabilisierung zu gelingen scheint. Eon-Titel büßten 1,2 Prozent ein, und RWE-Aktien sackten am Indexende um 2,7 Prozent ab. Die Aktien der beiden Versorger wurden von anhaltenden Spekulationen über finanzielle Belastungen im Zusammenhang mit dem geplanten Atom-Ausstieg belastet.

Unter den Gewinnern waren die Siemens-Aktien, die 1,3 Prozent zulegten. Händler verwiesen auf eine positive Studie der UBS. Laut Analystin Christel Monot ist das Papier niedrig bewertet und der Elektrokonzern biete attraktive Marktchancen. Die zuletzt schon von der Kapitalerhöhung bewegten Titel der Commerzbank schnellten derweil an der Dax-Spitze um 4,3 Prozent hoch. Börsianer erklärten dies mit einer wohl sehr hohen Nachfrage in der bis zum 6. Juni laufenden Kapitalerhöhung.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,78 (Vortag 2,73) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,17 Prozent auf 123,58 Punkte. Der Bund Future kletterte um 0,16 Prozent auf 125,92 Punkte. Der Euro legte nach der Veröffentlichung überraschend schwacher Arbeitsmarktdaten aus den USA deutlich zu. Im Nachmittagshandel stand die Gemeinschaftswährung bei 1,4575 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs noch auf 1,4488 (Donnerstag: 1,4460) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,6902 (0,6916) Euro. Die weitere Entwicklung in der Schuldenkrise Griechenlands ließ den Devisenmarkt unbeeindruckt. Tsp

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