So war der Tag : Späte Gewinne

Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag nach positiven US-Arbeitsmarktdaten Gewinne verbucht und wieder die Marke von 6200 Punkten geknackt. Bis zum Handelsschluss stieg der Dax um 0,9 Prozent auf 6221 Zähler. Zwischenzeitlich hatte er sogar bei mehr als 6233 Punkten notiert und damit auf seinem höchsten Stand seit rund einem Monat. Für den M-Dax der Nebenwerte ging es am Ende um 1,7 Prozent auf 8659 Punkte nach oben. Der Tec-Dax stieg um 0,8 Prozent auf 766 Punkte.

In den USA war in der vergangenen Woche die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend stark gesunken. „Diese Zahlen lassen ein wenig mehr Licht am Ende des Tunnels erkennen“, kommentierte Analyst Johannes Bollongino von IG Markets. Zudem sorgte Händlern zufolge eine erfolgreiche Ausgabe irischer Staatsanleihen für eine freundliche Stimmung am Markt. „Das war ein weiterer kleiner Baustein auf dem Weg nach oben“, sagte Marktstratege Thilo Müller von MB Fund Advisory.

Spitzenreiter im Dax waren die zuletzt im Zusammenhang mit den Diskussion um strengere Regeln zur Kapitalausstattung von Banken (Basel-III) gebeutelten Aktien der Commerzbank. Sie verteuerten sich um 2,6 Prozent. „Nun ist erstmal ein bisschen Entspannung angesagt“, sagte ein Börsianer. Zudem hatte Commerzbank-Chef Martin Blessing deutlich gemacht, die erhaltenen Staatsgelder zügig zurückzahlen zu wollen. Für die Titel der Deutschen Bank ging es derweil um 2,1 Prozent nach oben.

Überdurchschnittlich entwickelten sich auch die Papiere von MAN, die um 2,4 Prozent zulegten. Händler verwiesen unter anderem auf ein Interview mit dem Chef des finnischen Wettbewerbers Wärtsilä, Ole Johannson, im „Handelsblatt“, in dem sich dieser optimistisch zum Schiffsmotorengeschäft geäußert hatte. Hinzu komme eine positive Einschätzung der US-Investmentbank Merrill Lynch nach der Verlängerung staatlicher Kaufanreize für Lkw in Brasilien.

Zu den schwächsten Dax-Werten zählten dagegen RWE und Eon mit einem Minus von 0,7 Prozent sowie 0,5 Prozent. Sie litten nach Einschätzung von Börsianern vor allem unter Berichten, wonach der Atomkompromiss zwischen Regierung und AKW-Betreibern die Konzerne teurer zu stehen kommen könnte als bisher erwartet.

Im M-Dax stiegen Papiere von ProSiebenSat.1 nach einem positiven Analystenkommentar mit einem Plus von 3,5 Prozent stark.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,98 (Vortag: 1,89) Prozent. Der Rentenindex Rex sank kräftig um 0,35 Prozent auf 128,36 Punkte. Der Bund Future verlor 0,49 Prozent auf 130,71 Punkte. Der Referenzkurs des Euro legte zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,2715 (Mittwoch: 1,2697) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7865 (0,7876) Euro.Tsp

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