So war der Tag : Spanier drücken die Stimmung

Die Sorgen um das angeschlagene spanische Bankensystem haben dem Dax am Pfingstmontag einen Dämpfer verpasst und hoffnungsvolle Signale aus Griechenland in den Hintergrund gedrängt. Der deutsche Leitindex gab seine in der ersten Tageshälfte eingefahrenen Gewinne am Nachmittag vollständig ab und verbuchte zum Handelsschluss ein Minus von 0,3 Prozent auf 6323 Punkte. Besser erging es den Aktien aus der zweiten Reihe: Der M-Dax stieg um 0,7 Prozent auf 10 262 Punkte. Der Technologieindex Tec-Dax rückte um 0,5 Prozent auf 755 Punkte vor.

Positive Meldungen aus Griechenland, wo mehrere Umfragen vor der entscheidenden Parlamentswahl am 17. Juni die konservative und gemäßigtere Nea Dimokratia (ND) als stärkste Kraft sehen, hatten auch den Dax zunächst beflügelt. In allen Umfragen wollen mehr als 80 Prozent der Befragten, dass Griechenland ein Euro-Land bleibt. Schlussendlich hätten aber die Sorgen in Spanien dominiert, hieß es. Es sei derzeit unklar, wie viele spanische Banken in nächster Zeit noch dringend Staatshilfen benötigten, wie groß diese Hilfen seien und woher das Geld zur Sanierung des spanischen Sektors kommen solle, sagte Händler Markus Huber von ETX Capital. „Daher herrscht nun wieder vermehrt Unsicherheit, welche nur zu einem geringen Maße am Markt eingepreist ist“, sagte der Experte.

Der EuroStoxx 50 schloss 0,65 Prozent tiefer bei 2147,92 Punkten. Der Leitindex in Paris gab zum Handelsende ebenfalls leicht nach, während Londons Börse etwas dazugewann. In New York waren die Börsen am Montag feiertagsbedingt geschlossen.

Schwächster Dax-Wert waren die Titel der Commerzbank mit minus drei Prozent. Dahinter folgten die beiden Versorger-Papiere von RWE und Eon. Im unteren Drittel waren auch die Metro-Aktien mit einem Abschlag von 0,8 Prozent. Bester Wert im Dax waren die Titel von MAN mit plus 1,7 Prozent. Im Fokus standen zudem Aktien von Deutsche Wohnen, die als schwächster M-Dax-Titel um 4,8 Prozent absackten. Der Immobilienkonzern hat angekündigt, die Baubecon Gruppe von der britischen Barclays Bank übernehmen zu wollen. Baubecon wird mit 1,24 Milliarden Euro bewertet. Der Zukauf mache Sinn, allerdings sei der Preis recht hoch, sagte ein Händler. Analyst Kai Klose von der Berenberg Bank hält eine Kapitalerhöhung für wahrscheinlich, was den Aktienkurs erst einmal unter Druck setze. Am Dienstag will das Unternehmen über die Finanzierung informieren.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,10 (Freitag: 1,13) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,16 Prozent auf 134,19 Punkte. Der Bund-Future notierte mit plus 0,01 Prozent auf 144,37 Punkte nahezu unverändert. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2566 (Freitag: 1,2546) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7958 (0,7971) Euro. Tsp

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