So war der Tag : Starke Aktien, schwache Bonds

Überraschend gute Zahlen vom amerikanischen Immobilienmarkt haben dem deutschen Leitindex am Mittwoch Schwung gegeben. Der Dax stieg bis zum Handelsschluss um 1,6 Prozent auf 5758 Zähler und holte damit seine Vortagesverluste zum Teil wieder auf. Der Absatz von US-Eigenheimen war im April um rund 15 Prozent auf 504 000 Einheiten gestiegen. Analysten hatten nur mit 430 000 Verkäufen gerechnet. Auch Neben- und Technologiewerte waren gefragt. Der M-Dax stieg um 3,2 Prozent auf 7664 Punkte, der Tec-Dax um 3,6 Prozent auf 716 Zähler. Nach den jüngsten Kursverlusten trieben Käufe von Schnäppchenjägern auch die US-Börsen am Mittwoch nach oben. Vor dem Hintergrund der Europa-Reise von Finanzminister Timothy Geithner gehörten Banken- und Industriewerte zu den Gewinnern.

Grundsätzlich führten Händler die Erholung am deutschen Markt auf eine Gegenbewegung nach den herben Verlusten am Dienstag zurück. Dem Sparpaket in Italien stünden derweil viele skeptisch gegenüber. „Ich würde mich freuen, wenn ein Staat einmal seine Sparziele erfüllt“, sagte ein Händler. Die italienische Regierung hatte am Dienstagabend ein Sparpaket mit einem Volumen von 24 Milliarden Euro verabschiedet.

Getrieben von positiven Analysten-Einschätzungen zählten Stahlwerte zu den größten Gewinnern, nachdem sie am Vortag noch in einem schwachen Markt überdurchschnittlich schlecht abgeschnitten hatten. Papiere von Salzgitter und Thyssen-Krupp sprangen mit plus 4,8 und vier Prozent an die Dax-Spitze. Auch die am Vortag stark gefallene Infineon-Aktie gewann 4,9 Prozent hinzu. Bester Dax-Wert war am Abend die Volkswagen- Aktie mit einem Kursgewinn von 5,5 Prozent.

Das laue Interesse der Investoren an einer fünfjährigen Bundesanleihe belastete den europäischen Rentenmarkt. Der Bund-Future fiel zeitweise um bis zu 74 Ticks auf 128,64 Punkte. Bei der Versteigerung war die Anleihe nur 1,1-fach überzeichnet. Die Rendite lag mit 1,47 Prozent so niedrig wie nie zuvor für fünfjährige Bundesanleihen (Bobl). Michael Leister, Stratege bei der WestLB, sah vor allem in der Verwirrung über das Leerverkauf-Verbot der Bafin einen Faktor. „Das hat definitiv nicht zu mehr Vertrauen am Rentenmarkt beigetragen.“ Huw Worthington, Stratege bei Barclays Capital, mahnte hingegen zur Gelassenheit. „Wenn man sich anschaut, wo die deutschen Anleihen derzeit liegen, dann ist das kein Desaster“, sagte der Experte.

Die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere stieg am deutschen Rentenmarkt auf 2,19 (Vortag: 2,13). Der Rex sank um 0,20 Prozent auf 127,69 Punkte. Der Bund Future verlor 0,28 Prozent auf 129,02 Punkte. Der Kurs des Euro legte derweil zu: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2309 (Dienstag: 1,2223) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8124 (0,8181) Euro. Tsp

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