So war der Tag : Starke Schwankungen

Der Dax hat am Dienstag einen Erholungskurs eingeschlagen und erstmals nach fünf Handelstagen mit Verlusten wieder zugelegt. Die Stimmung blieb aber weiter recht nervös und der Markt folglich stark schwankungsanfällig. Gegenläufige Konjunkturdaten sowie Aussagen des ehemaligen US-Notenbankchefs Alan Greenspan und von der US-Einlagensicherung schlugen sofort auf die Aktienkurse durch. Mit plus 1,07 Prozent auf 5532 Punkte ging der deutsche Leitindex aus dem Tag, nachdem er am Morgen noch um rund drei Prozent bis auf 5636 Punkte gestiegen war und am Nachmittag zeitweise Verluste verbucht hatte. Der M-Dax der mittleren Werte stieg um 0,6 Prozent auf 8477 Punkte und der Tec-Dax gewann 1,6 Prozent auf 702 Punkte.

„Bei eher geringen Umsätzen waren erneut deutliche Marktschwankungen feststellbar“, kommentierte Marktanalyst Gregor Kuhn von IG Markets das Auf und Ab im Dax und verwies darauf, dass die Schwankungsbreite derzeit innerhalb eines Intervalls von knapp 185 Punkten liege. „Die Intensität der Kursausschläge ist letztlich ein Gradmesser für die Nervosität unter privaten Anlegern und institutionellen Investoren. Sie ist weiterhin sehr ausgeprägt, was durchaus nachvollziehbar ist.“ Positiv ausgefallene Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland und China standen einem enttäuschenden ZEW-Index gegenüber, der die Konjunkturzuversicht deutscher Finanzexperten misst. Greenspan verunsicherte anschließend den Markt mit seiner Einschätzung, dass der Euro auseinanderbrechen werde. Für Auftrieb sorgte dann, dass die US- Einlagensicherung FDIC bekannt gab, die Liste der US-Problembanken sei erstmals seit 2006 wieder kürzer geworden.

Kursrelevante Nachrichten zu Einzelwerten fehlten erneut weitgehend. Die Papiere der Deutschen Telekom führten die Erholungsbewegung an. Mehrere Analystenkommentare ließen die T-Aktien um 4,8 Prozent und damit an die Dax-Spitze steigen. Aktien der Autobauer zählten ebenfalls zu den größten Favoriten. BMW- und VW-Papiere stiegen um 2,6 Prozent und die von Daimler um 0,9 Prozent.

Dagegen trauten viele Anleger dem Frieden bei den Banken noch nicht. So zählten die Aktien der Deutschen Bank mit einem Abschlag von einem Prozent zu den Verlierern im Dax. Die USA konkretisierten im Streit über windige Hypothekengeschäfte mit dem Frankfurter Konzern eine milliardenschwere Zivilklage gegen die Bank.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,93 (Montag: 1,91) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,16 Prozent auf 129,05 Punkte. Der Bund Future gab um 0,06 Prozent auf 135,10 Punkte nach.

Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Mittag auf 1,4462 (Montag: 1,4413) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,6915 (0,6938) Euro. Tsp

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