So war der Tag : Steigende Preise, fallende Kurse

Die dramatischen Unruhen in Nordafrika haben den Dax erneut auf Talfahrt geschickt. Der Leitindex sank bis zum frühen Abend um 0,9 Prozent auf 7130 Punkte. Auf Wochensicht gab der Dax bereits mehr als vier Prozent ab, nachdem er am Freitag noch auf dem höchsten Stand seit drei Jahren geschlossen hatte. Der M-Dax der mittelgroßen Werte sank am Donnerstag um ein Prozent auf 10 016 Punkte. Für den Tec-Dax ging es um 0,6 Prozent auf 876 Punkte bergab.

Die Unruhen im wichtigen Förderland Libyen trieben den Ölpreis am Donnerstag weiter in die Höhe. Der Preis der für Europa wichtigen Nordsee-Sorte Brent schoss um bis zu 7,7 Prozent auf ein Zweieinhalb-Jahres-Hoch von 119,79 Dollar pro Fass (159 Liter) in die Höhe. Ein weiterer Preisanstieg könnte einen Wendepunkt für die Weltwirtschaft bedeuten, warnten die Analysten der Deutschen Bank.

Die steigenden Rohstoffkosten hinterließen bereits Spuren im Aktienkurs von Henkel, der um 3,5 Prozent fiel. Die drohenden Belastungen überschatteten laut Händlern den Gewinnsprung im vergangenen Jahr. In Erwartung steigender Spritkosten gerieten auch Flugwerte unter Druck. Lufthansa verloren 2,7 Prozent, im Wochenverlauf gaben sie bisher rund sieben Prozent nach. Air Berlin sanken um 2,4 Prozent.

Auch die Aktien von Daimler, BMW und Volkswagen verloren zwischen 1,6 und drei Prozent. Gesprächsthema bei der VW-Aktie war zudem die mögliche Verzögerung der Fusion mit Porsche. Die Porsche-Aktien rutschten um 10,7 Prozent ab.

Größter Verlierer im Dax waren nach der Vorlage der Bilanzzahlen die Aktien von RWE mit einem Minus von 5,2 Prozent. „Alles in allem sehen die Fundamentaldaten von RWE schwächer aus als erwartet, und das wird nicht durch eine zufriedenstellende Dividende ausgeglichen“, sagte ein Händler. Auch der Versicherer Allianz konnte mit seiner Bilanz die Anleger nicht für sich einnehmen. Die Papiere büßten 2,7 Prozent ein. Als problematisch werteten Börsianer das etwas schwächer als erwartet ausgefallene Netto-Ergebnis und den vorsichtigen Ausblick. Zudem habe die Dividende von 4,50 Euro unter den Erwartungen einiger Anleger gelegen. Dagegen trotzten die Aktien des Chemiekonzerns BASF dem Markttrend und verteuerten sich um 0,4 Prozent. „Die Zahlen waren eigentlich ein wenig enttäuschend. Positiv ist aber der Ausblick auf 2011. Das klang recht vielversprechend“, sagte ein Händler.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,82 (Mittwoch: 2,84) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,27 Prozent auf 122,47 Punkte. Der Bund Future gewann 0,06 Prozent auf 124,35 Punkte. Der Referenzkurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,3773 (Mittwoch: 1,3731) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7261 (0,7283) Euro. Tsp

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